Kommentar zum neuen Gesetz für Schlachthöfe
Es wurde Zeit

Sie haben in wahrsten Wortsinn einen Knochenjob, werden schlecht bezahlt, haben wenig Rechte und leben meist in beengten Verhältnissen – die unsäglichen Zustände, denen sich Tausende Werkvertragsmitarbeiter vor allem aus Rumänien und Bulgarien, aber auch Leiharbeiter ausgesetzt sahen, waren seit Jahren bekannt. Die Politik hat lange weggesehen. Viel zu lange.

Freitag, 27.11.2020, 21:32 Uhr aktualisiert: 27.11.2020, 21:44 Uhr
Schweinehälften an Haken in einem Schlachthof (Symbolbild).
Schweinehälften an Haken in einem Schlachthof (Symbolbild). Foto: dpa

Ein Missstand, der nun mit einem neuen Gesetz beseitigt werden soll. Beim Schlachten und der Zerlegung von Fleisch werden unter anderem Werkverträge und Leiharbeit 2021 verboten. Endlich! Ob sich damit die Bedingungen in den Schlachtbetrieben wirklich grundlegend verändern, bleibt abzuwarten. Eine Frage ist auch, wie Verbraucher reagieren, wenn die Preise für Schnitzel und Kotelett steigen sollten, was ja aufgrund höherer Personalkosten zu erwarten ist.

Davon unabhängig würden sich die Landwirte, die die Schweine oder Rinder züchten, sicher freuen, wenn auch ihre Arbeit wieder Wert geschätzt würde. Sie sind angesichts des coronabedingten „Schweinestaus“ in den Ställen derzeit die Verlierer, weil sie mit Dumpingpreisen abgespeist werden. Viele bangen um ihre Existenz.

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