Kommentar zum Bundesparteitag der AfD
Das rechte Dilemma

Im ehemals schnellen Brüter von Kalkar redet sich Jörg Meuthen heiß. Der AfD-Chef möchte seinen Parteitagsbeitrag als Brandrede verstanden wissen; sie gleicht einer Generalabrechnung mit den rechtsextremistischen und nationalistischen Kräften innerhalb der Partei.

Sonntag, 29.11.2020, 20:32 Uhr aktualisiert: 29.11.2020, 20:34 Uhr
Jörg Meuthen, Bundessprecher, gibt beim Bundesparteitag der AfD ein Interview.
Jörg Meuthen, Bundessprecher, gibt beim Bundesparteitag der AfD ein Interview. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Aber kann man Jörg Meuthen trauen, die AfD tatsächlich von der Last ultrarechter Kräfte befreien zu wollen, um der selbst ernannten „Alternative“ im Wahljahr einen doch eher bürgerlichen Anstrich zu verpassen? Früher nämlich klafften deutliche Lücken zwischen dem beteuerten Anspruch Meuthens und seinen Taten, schien sein Saubermann-Image zur Strategie zu zählen, um sowohl Gemäßigten als auch Extremisten eine politische Heimat unter dem AfD-Dach bieten zu können.

Das Dilemma der Rechten: Das von ihnen bis hin zur radikalen System-Opposition hochstilisierte Migrations-Thema ist auf der politischen Agenda in den Hintergrund getreten. Jetzt haben sie inhaltlich jenseits lächerlicher Provokationen nur wenig zu verkaufen; daran ändert auch ein Papier zur Sozialpolitik nichts. Ihr parlamentarisches Agieren erregt allenfalls Mitleid. Ein weiterer Abstieg der AfD ist sicher, eine Spaltung möglich.

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