Kommentar zur Trainerentlassung beim BVB
Echte Liebe war das nie

Eigentlich hatten sie ja geplant, sich in Kürze mal zusammenzusetzen, um mit Lucien Favre über eine vorzeitige Vertragsverlängerung zu sprechen. Stattdessen hat die Borussia ihren Übungsleiter gestern vor die Tür gesetzt. So schnell geht das.

Sonntag, 13.12.2020, 22:52 Uhr
Lucien Favre
Lucien Favre Foto: imago/Nordphoto

Aber so war das ja beinahe die ganze Zeit mit Favre und dem BVB. Einerseits wertschätzten sie ihn als den Bessermacher, den Talentschmied, den punktbesten BVB-Coach der Geschichte. Andererseits fremdelten sie – mal mehr, mal weniger – mit seiner Nüchternheit, seiner Genügsamkeit. Nein, echte Liebe war das nie.

Und auch wenn das wegen der Sprachbarriere vielleicht nicht so ganz fair sein mag: Nach dem 1:1 kürzlich in Frankfurt rutschte dem Schweizer Trainer ein Satz raus, der tiefer blicken ließ als ihm vermutlich lieb war: „Ich bin immer okay mit einem Punkt.“

In sieben Worten hatte Favre offenbart, was ihn von anderen, erfolgreicheren Kollegen unterscheidet. Immer gewinnen zu wollen, nie klein beizugeben, stets nach dem Maximum zu streben – diese Gier verkörpert Favre nicht mit der letzten Konsequenz.

Das hat abgefärbt auf sein Team, dem ein Mentalitätsproblem anhaftet. Favre hat es nicht in den Griff bekommen. Der 63-Jährige ist zweifelsfrei ein guter Trainer, ein großer ist er nicht.

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