Kommentar zum Impfstart
Sicherheit geht vor

Auf dem Corona-Impfstoff ruhen alle Hoffnungen. Er wird viele Leben retten und ist das Ticket zurück zur Normalität. Entsprechend gereizt sehen manche, dass Großbritannien bereits impft, wir noch auf die Zulassung warten. Ist es etwa wie beim Faxgerät?

Dienstag, 15.12.2020, 22:30 Uhr aktualisiert: 16.12.2020, 11:28 Uhr
So ist es in Peru: Auf diesem Bild impft ein Offizier eine Kollegin unter Beobachtung von Gesundheitspersonal.
So ist es in Peru: Auf diesem Bild impft ein Offizier eine Kollegin unter Beobachtung von Gesundheitspersonal. Foto: Karel Navarro/Minsa/dpa

Auch das wurde in Deutschland erfunden, das große Geschäft aber machten Japaner. Sind wir unfähig, Innovationen selbst zu nutzen? Tut der Bundesgesundheitsminister zu wenig?

Nein. Die Haltung von Jens Spahn ist klar – und sie ist richtig. Es gibt viele gute Gründe, warum Deutschland auf eine EU-Zulassung setzt, zumal diese am 21. Dezember kommen könnte. Sicherheit geht vor Schnelligkeit: In Großbritannien zeigt sich bereits, dass der Biontech-Impfstoff womöglich nicht optimal für alle ist. Bei Menschen mit Allergien kann er zu Komplikationen führen – das muss man für eine Empfehlung wissen.

Auch mit Blick auf die Impfskepsis ist Gründlichkeit wichtig. Dass sich in Deutschland nur 53 Prozent impfen lassen wollen, ist keine gute Aussicht. Es müssen mehr werden, um die Pandemie zu stoppen. Eine gründliche Prüfung hilft, Bürger zu überzeugen und Verschwörungstheorien im Keim zu ersticken. 

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