Kommentar zum Thema „13.800 Freiwillige im Impfdienst“
Vorbilder

Gute Nachrichten sind aktuell rar. Die Bekanntgabe eines konkreten zeitnahen Termins für den Impfstart in Deutschland ist einer dieser seltenen Lichtblicke. Inmitten von Meldungen über immer neue Rekordzahlen an Corona-Infizierten und -Toten, überlastete Intensiv­mediziner und wirtschaftlichen Existenzkampf ­ganzer Branchen brauchen die Menschen etwas, woran sie sich so kurz vor Weihnachten aufrichten können. Einen Funken Hoffnung und die Aussicht auf Besserung im neuen Jahr.

Freitag, 18.12.2020, 08:19 Uhr aktualisiert: 18.12.2020, 10:22 Uhr
13.800 Freiwillige haben sich allein in NRW gemeldet, um in den Impfzentren zu helfen.
13.800 Freiwillige haben sich allein in NRW gemeldet, um in den Impfzentren zu helfen. Foto: Nicolas Armer/dpa

Besonders für Ärzte, medizinische Fachangestellte, Pflegekräfte und alle anderen Mitarbeiter in Krankenhäusern und Praxen bedeutet diese Nachricht Licht am Ende des Tunnels. Sie leiden in ihrem Berufsalltag außerordentlich unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Und obwohl schon vor dem Virus im deutschen Gesundheitswesen einiges im Argen lag, schieben diese Menschen seit Monaten Sonderschichten und arbeiten teils am Rande der Belastbarkeit.

Umso mehr Hochachtung verdient nun die Bereitschaft vieler, am Wochenende oder nach Feierabend noch Zusatzschichten in den Impfzentren zu übernehmen. 13.800 Freiwillige allein in NRW! Darunter sind zwar auch Rentner, Teilzeitkräfte und Personal aus Fachrichtungen, die während der Pandemie nicht die absoluten Belastungs­spitzen erfahren haben. Dennoch ist es nicht selbstverständlich, sich zum freiwilligen – wenngleich vergüteten – Impfdienst zu melden. Schließlich ist die Arbeit unter der Schutzkleidung kein Zuckerschlecken und das Risiko, mit Corona-Infizierten in Kontakt zu ge­raten, relativ groß. Dass sich das medizinische ­Personal dennoch abseits des Klinikalltags seiner Verantwortung stellt und einen wesentlichen Beitrag zum Überwinden der Pandemie leistet, sollte ein Vorbild für die gesamte Gesellschaft sein.

Belohnt wird der Einsatz nämlich nur, wenn sich in den nächsten Monaten ­genügend Menschen freiwillig impfen lassen. Klar, ein Restrisiko bleibt. Langzeitstudien fehlen. Doch wie schlimm können mögliche Langzeitfolgen sein, dass Menschen nach ei­nem Abwägungsprozess am Ende dazu beitragen, dass jeden Tag Hunderte Menschen sterben? Dass die Wirtschaft am langen Arm verhungert? Dass das Gesundheitssystem langsam, aber sicher zusammenbricht? Und dass Kinder nicht zur Schule gehen können? Entscheiden sich genug Menschen gegen ei­ne Impfung, ist das nämlich die düstere Alterna­tive.

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