Kommentar zur Frage von Schulöffnungen
Region als Barometer

Der Föderalismus ist arg in Misskredit geraten: Zu vielstimmig die politischen Forderungen der Landesfürsten, zu unübersichtlich die Lockdown-Maßnahmen, zu wenig effizient die eingeleiteten Impfmaßnahmen – an Kritik hat es nicht gemangelt.

Montag, 04.01.2021, 22:38 Uhr
Leeres Klassenzimmer
Leeres Klassenzimmer Foto: imago/Hans Lucas

Doch ausgerechnet der Föderalismus könnte bei der Frage, ob und in welcher Form die Schulen wieder ­öffnen können, den Weg weisen. Bei der Abwägung ­zwischen Gesundheitsschutz und der Aufgabe, Kindern die größtmögliche Teilhabe am wertvollen Gut Bildung und sozialer Erziehung zu ermöglichen, ist das regionale Corona-Geschehen das richtige Barometer. Die furchtbar hohe Inzidenz in Ostsachsen erfordert andere Restriktionen als das Infektionsgeschehen in Ostwestfalen-Lippe oder in Niedersachsen.

Präsenzunterricht – aktuell übersetzt als gemeinsames Lernen unter Einhaltung der Hygieneregeln in einem Stufenplan – ist kein bildungspolitischer Luxus. Gerade bei jüngeren Kindern oder Schülern, deren Umfeld eine sinnvolle Unterstützung nicht leisten kann oder mag, ist diese Form der Notschule eine pädagogische und das Kindeswohl schützende Notwendigkeit.

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