Kommentar zu den Schulen und Corona
Allen alles abverlangt

Diese Pandemie verlangt allen ­alles ab: 2,5 Millionen Schüler werden erneut für die nächsten drei Wochen keinen normalen Unterricht erhalten. Wieder einmal, wie im Frühling, wie in der Vorweihnachtszeit, spricht die Politik quasi ein Be­tretungsverbot für Kitas und Schulen, für Hochschulen und Weiterbildungsinstitute aus.

Mittwoch, 06.01.2021, 20:02 Uhr
Für die Kinder und Jugendlichen in NRW steht bis 31. Januar erstmal Homeschooling auf dem Stundenplan.
Für die Kinder und Jugendlichen in NRW steht bis 31. Januar erstmal Homeschooling auf dem Stundenplan. Foto: Ulrich Perrey/dpa

Distanzlernen klingt innovativ und verspricht vielleicht im besten Fall Wissensvermittlung. Doch wie viel Schönes streicht Corona gerade vom Stunden- und Lebensplan: gemeinsames Lernen, soziales Miteinander, das Messen von Können im Klassenraum und auf dem Schulhof – all dies ersetzt kein Internet-Unterricht.

Die Ungewissheit darüber, wie sich die Festtage auf die Inzidenz ausgewirkt haben, wird ebenso wie die Mutation des Virus dafür gesorgt haben, diese Entscheidung so zu treffen. Dennoch: Es sollte Konsens darüber herrschen, dass beim ersten Lichtschein am Corona-Horizont Kitas und Schulen ihre Türen wieder öffnen. Im besten Fall bleibt dann das ­Bewusstsein, welchen Stellenwert Bildung und Schule in unserer Gesellschaft verdient. Im schlechten Fall die Erkenntnis, viele junge Menschen verloren zu haben.

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