Kommentar zur digitalen Schule
Gottlob nur gestolpert

Die vermeintlich gute Nachricht kommt überraschend, sie lautet: Die Lernserver sind zu Beginn des Distanzunterrichts in NRW nicht in die Knie gegangen. Hier und da stockte das System, in den harten Lockdown ging die Technik aber nicht. Kein IT-Kollaps an Tag eins des schulfernen Lernens: Es hätte schlimmer kommen können.

Montag, 11.01.2021, 23:42 Uhr
Wie hier in Oldenburg die Schwestern Lily (von links, 10. Klasse), Milla (7. Klasse) und Juli (5. Klasse) am Esstisch im Wohnzimmer und bearbeiten Aufgaben für die Schule.
Wie hier in Oldenburg die Schwestern Lily (von links, 10. Klasse), Milla (7. Klasse) und Juli (5. Klasse) am Esstisch im Wohnzimmer und bearbeiten Aufgaben für die Schule. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

 

Die digitale Schule ist in Deutschland immer noch eher exotisch als alltäglich. Hier rächen sich in NRW die Sünden der Vergangenheit. Schulen ohne Anschluss an die Datenautobahn, Klassenräume ohne WLAN, Schüler ohne Technikausstattung – mitunter auch Pädagogen ­ohne Digitalkompetenz. Vor Corona fiel das nicht ins ­Gewicht. In Corona fällt es den Schulen vor die Füße.

Dass Unterricht unter Pandemiebedingungen nicht dauerhaft in Präsenzform stattfinden kann, hätten die ­Verantwortlichen wissen können. Das Umschalten auf ­Distanzunterricht war nur eine Frage der Zeit – die intensiv zur Vorbereitung und zum Pimpen der Technik hätte genutzt werden müssen, damit weder Server stocken noch Lernplattformen stolpern. Aber mal ehrlich: Mit Blick auf das Hü und Hott, das das Schulministerium in Corona-Zeiten an den Tag legt, verwundert das nicht mehr.

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