Kommentar: Ja zur Impfpflicht
Der Erfolg ist sichtbar

Die Babyboomer haben sie noch: Die kleine Narbe am Oberarm. Sie ist das Überbleibsel des erfolgreichen Kampfes der Menschheit gegen die Pocken. Es war die Impfung, die den Sieg über die furchtbare Krankheit ermöglicht hat – und es war die Impfpflicht.

Dienstag, 12.01.2021, 23:42 Uhr aktualisiert: 13.01.2021, 00:04 Uhr
Margret Frensel (Mitte) und Dr. Andreas Dammann (links). im Impfzentrum im Assapheum in Bielefeld-Bethel.
Margret Frensel (Mitte) und Dr. Andreas Dammann (links). im Impfzentrum im Assapheum in Bielefeld-Bethel. Foto: Thomas F. Starke

Die Babyboomer haben sie noch: Die kleine Narbe am Oberarm. Sie ist das Überbleibsel des erfolgreichen Kampfes der Menschheit gegen die Pocken. Es war die Impfung, die den Sieg über die furchtbare Krankheit ermöglicht hat – und es war die Impfpflicht. 102 Jahre lang waren die Menschen in Deutschland verpflichtet, das kleinere Risiko auf sich zu nehmen, um das große Risiko der Krankheit zu vermeiden.

Der Stich schützt den Geimpften selbst, aber auch Mitmenschen, wenn die Ausbreitung der Viren verhindert wird. So schützt die Masernimpfung auch diejenigen, die wie Säuglinge (noch) nicht selbst geimpft werden können.

Daher gilt: Ja, es gibt ein Recht, über den eigenen Körper zu bestimmen. Aber dieses Recht ist nicht absolut. Denn: Es gibt auch die Verpflichtung, die Mitmenschen zu schützen – und die Gesellschaft vor der Last der Epidemie.

Ja, der Ruf nach einer Impfpflicht kommt zu früh. Bislang steht nicht einmal Serum für alle Willigen bereit. Bislang ist unklar, ob Geimpfte das Coronavirus dennoch weitergeben. Aber: Sollten sich nicht ausreichend Frei­willige impfen lassen, um Covid-19 einzudämmen, so muss die Pflicht kommen – als Erstes für Pflege­kräfte, die mit anfälligen Menschen zu tun haben.

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