Kommentar zur Corona-Politik
Ziel und Wirklichkeit

Wer regiert, muss sich erklären. Jens Spahn hat sich ­erklärt. Mit einer Regierungserklärung im Bundestag. Spahn am Rednerpult, Kanzlerin Angela Merkel daneben auf der Regierungsbank. Normalerweise greift Merkel bei großen Themen selbst zum Instrument der Regierungserklärung. Aber in diesem Fall schickte sie ihren obersten Corona-Krisenmanager nach vorn.

Donnerstag, 14.01.2021, 02:58 Uhr aktualisiert: 14.01.2021, 03:01 Uhr
Symbolbild
Symbolbild Foto: Kay Nietfeld/dpa

Es ist viel los in diesen Tagen. Es geht um Posten und Personalien. Was wäre, wenn das Coronavirus nicht ausgebrochen wäre . . .? Spahn hätte immer noch genug zu tun, aber eine schwere Last weniger. Jetzt muss Spahn als Minister durch das politische und auch gesellschaftliche Feuer, das diese Pandemie entfacht hat. Der Bundesgesundheitsminister­ muss national die richtige Dosis gegen Corona finden – und liefern. Er ist Hoffnungs­träger und Überbringer schlechter Nachrichten zugleich. Ein Konflikt zwischen Ziel und Wirklichkeit.

Jetzt versucht es Spahn im Tandem mit Armin Laschet. Spahn will Partei-Vize werden. Und vielleicht noch etwas mehr. Spahn steht unter Erfolgsdruck, denn er weiß: Ein gescheiterter Bundesgesundheitsminister wird so schnell kein Kanzlerkandidat mehr.

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