Kommentar zur Verlängerung des Lockdown bis 7. März
Durchhalteparolen

Der Kampf gegen die Corona-Pandemie tritt in diesen tiefwinterlichen Tagen in seine wohl schwierigste Phase ein: Lockdown-Verlängerung trotz auf breiter Front sinkender Inzidenzwerte. Und Durchhalteparolen, wohin man hört.

Mittwoch, 10.02.2021, 21:10 Uhr aktualisiert: 11.02.2021, 07:06 Uhr
Symbolbild
Symbolbild Foto: Jörn Hannemann

Auch wenn sich der vermeintliche Widerspruch mit Verweis auf die hochansteckenden Virus-Mutationen plausibel auflösen lässt, bleibt eine große Gefahr: Selbst bei denen, die allen wissenschaftlichen Erkenntnissen gegenüber aufgeschlossen sind, sinkt die Akzeptanz der Maßnahmen spürbar. Der gesellschaftliche Konsens bröckelt. So wird es für Langfristpläne höchste Zeit, und doch muss sich deren Praxistauglichkeit erst erweisen.

Dass die Länder demnächst mit Blick auf Schulen und Kitas wieder stärker als zuletzt ihre eigenen Wege gehen, ist richtig – birgt aber zugleich ein unübersehbares Dilemma. Denn mögen regionale Entscheidungen auch nationalen überlegen sein, so steht ein neuerliches Regelungswirrwarr zu befürchten, das die Solidargemeinschaft zusätzlich auf eine harte Probe stellen dürfte.

Gleichwohl ist es unvermeidlich, fortan mit „zweierlei Maß“ zu messen, wenn man gut begründete Lockerungen nicht bis zum Sanktnimmerleinstag aufschieben will. Und das kann mit Blick auf die sozialen, gesellschaftlichen und, ja, auch die wirtschaftlichen Folgen dieses zweiten Lockdowns niemand im Ernst wollen.

Gleichwohl sind Zweifel erlaubt, ob die Kommunikationsfähigkeiten und der Wille zur Wahrheit seitens der politischen Klasse ausgerechnet im Superwahljahr 2021 ausreichen, um sich hier ehrlich zu machen. Wenn, dann müssten demnächst Sätze wie diese fallen: Mit ei­ner nachhaltigen Entspannung der Lage ist frühestens ab Mitte Mai zu rechnen. Und das auch nur für den Fall, dass die Zahl der Impfungen dramatisch steigt, bevor die Virus-Mutationen jeden Erfolg zunichte machen.

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