Kommentar zur Lockdown-Fortsetzung für Handel und Gastronomie
Unerträgliche staatliche Willkür

Bei allem Verständnis für Vorsicht in der Corona-Krise und den Gesundheitsschutz – aber für weite Teile des Einzelhandels, des Gastgewerbes und der Freizeitbranche wirken die Beschlüsse der Bund-Länder-Konferenz wie ein erneuter Tiefschlag in die Magengrube. Noch einmal mehrere Wochen Lockdown, eine noch ungewissere Öffnungsperspektive – und noch mehr Ungerechtigkeit und Unverhältnismäßigkeit.

Donnerstag, 11.02.2021, 23:53 Uhr aktualisiert: 12.02.2021, 11:48 Uhr
Ein geschlossenes Geschäft. Viele Läden sollen in der Corona-Krise mindestens noch bis zum 7. März geschlossen bleiben.
Ein geschlossenes Geschäft. Viele Läden sollen in der Corona-Krise mindestens noch bis zum 7. März geschlossen bleiben. Foto: imago images/Becker&Bredel

Während in Supermärkten der Kundenandrang groß ist und auch Drogerieketten Sortimente des Fachhandels mitverkaufen dürfen, müssen bei Zehntausenden, vor allem inhabergeführten Geschäften die Türen weiter geschlossen bleiben. Textilhändler dürfen wohl frühestens dann wieder öffnen, wenn der Winter vorbei und die warmen Jacken und Pullover wie Blei in den Regalen liegen. Gastwirte können vielleicht auf Ostern hoffen.

Die Friseure indes haben das große Glück, dass auch die Politiker allmählich ihre Matte bändigen lassen und frisch gestylt durch die Krise führen wollen. So sehr sich die Erleichterung der Inhaber und aller Kunden nachvollziehen lässt, so sinnbildlich steht diese Entscheidung für die unerträgliche staatliche Willkür. Hier wird ein enger und langer Kundenkontakt zugelassen, während der viel kürzere und mit corona-konformem Abstand eigentlich mögliche Einkauf beim kleinen Fachhändler um die Ecke verboten bleibt. Das verstehe, wer will.

Angesichts weiter verschärfter Vorgaben für eine Öffnung – allen voran eine maximale Inzidenz von 35 ohne Beachtung von Impffortschritten – droht eine fatale Lähmung ganzer Wirtschaftszweige. Und mit jedem Tag wächst die Gefahr von Insolvenzen, Betriebsschließungen, Entlassungen und zerstörten Existenzen.

 

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