Kommentar zur Agrarwende
Die Herkunft des Fleisches ist nicht egal

Die politisch gewollte Agrarwende weist viele Parallelen zur ebenso politisch gewollten Energiewende auf. Beides folgt einem grünen Zeitgeist, obwohl die Grünen nicht an der schwarz-roten Bundesregierung beteiligt sind. Ihren Einfluss machen sie über den Bundesrat, die Vertretung der 16 Landesregierungen, geltend.

Freitag, 12.02.2021, 13:00 Uhr
Symbolbild.
Symbolbild. Foto: Marijan Murat/dpa

Und ebenso wie bei der alles andere als erfolgreichen Energiewende – Deutschland muss immer mehr Atomstrom aus Frankreich importieren – drohte bei ei­ner Agrarwende ein auffallend ähnliches Szenario: Das Produkt, das wir aus ökologischen und ethischen Gründen nicht mehr selbst und zu unseren eigenen Bedingungen herstellen wollen, führen wir aus Ländern ein, in denen das Produkt sehr weit unterhalb unserer Standards hergestellt wird.

Die Produkte, von denen hier die Rede ist, sind Strom und Fleisch. Die Energie, die wir importieren müssen, weil Wind und Sonne den Bedarf nicht decken können, ist nach unseren Maßstaben „schmutzig“. Und für das Fleisch gälte das Gleiche.

Wenn politische Mehrheiten die Nutztierhaltung aus Deutschland so herausdrängen wollen wie die atomare und konventionelle Energie­er­zeugung, dann bieten die Supermärkte eben billiges Fleisch aus Ländern an, in denen die dort beheimateten Linguisten erst noch ein Wort für „Tierwohl“ erfinden müssten.

Der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister Jochen Borchert hat Recht: In keinem anderen Land haben es Bauern so schwer wie bei uns. Die Tatsache, dass eine Minderheit der Mehrheit der Gesellschaft ihre Weltanschauung aufzwingen will, ist ein Problem der Bauern. Ihr anderes, wohl größeres Problem ist das Oligopol im Lebensmitteleinzelhandel, den vier Konzerne dominieren und die Erzeugerpreise drücken.

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