Mi., 17.04.2019

Vermeintlicher Raubüberfall entpuppt sich als »Prank« von YouTuber »YouTube«-Aufnahmen führen zu Großeinsatz der Polizei

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: Jörn Hannemann

Essen (WB). »Maskierte und bewaffnete Männer überfallen gerade den Kiosk an der Frohnhauser Straße. Die Räuber sind noch im Laden!« So lauteten die Alarmierungen aufgeregter Bürger an den Notrufleitungen der Polizei am Dienstagnachmittag gegen 16.20 Uhr.

Zwei Beamtinnen waren daraufhin unmittelbar zur Stelle, zahlreiche andere Einsatzfahrzeuge brachen auf Anweisung der Leitstelle sofort ihre Einsätze ab und fuhren mit Blaulicht und Martinshorn zum Überfallort. Knapp ein Dutzend Polizeifahrzeuge standen kurz darauf im Umfeld des Kiosk und sicherten den Bereich. Etliche Straßenbahnen, Autos und Fußgänger konnten aus Sicherheitsgründen den Bereich nicht mehr passieren.

Mit dem Eintreffen der beiden Polizistinnen stürmten zwei maskierte Personen aus dem Kiosk, in den Händen eine Schusswaffe. Auf Befehl der Polizistinnen, die ihre Dienstwaffen auf die vermeintlichen Täter gerichtet hatten, ließen die Jugendlichen die Waffe sofort fallen und legten sich mit dem Gesicht auf den Boden. Zeitgleich riefen die beiden: »Das ist nur ein Videodreh! Das ist nur Spaß!«

Unter Waffenandrohung forderten die Einsatzkräfte jedoch auch weitere Personen auf, den Kiosk zu verlassen. Es handelte sich um fünf Männer. Zwei der Beteiligten zeigten keinerlei Verständnis für die polizeilichen Maßnahmen und verhielten sich den Polizisten gegenüber verbal aggressiv. Noch vor Ort konnte polizeilich ermittelt werden, dass der 29-Jährige sich als sogenannter »Youtuber« bezeichnet, der für seine Follower Filme und Videos dreht.

Nachdem die Polizisten sichergestellt hatten, dass es sich nicht um einen bewaffneten Überfall handelt, sondern nur um »Youtube«- Aufnahmen, konnten die übrigen Polizisten wieder abgezogen werden und zu ihren ursprünglichen Einsätzen zurückkehren.

Die mutmaßliche Softairwaffe, die Maskierungen und die Kamera stellten die Beamten sicher und erließen später eine Anzeige gegen die Schauspieler, ihre Helfer, den Kioskbetreiber und den »Youtuber«. Bis zum Ende des Einsatzes schienen einige der Erwachsenen noch immer nicht verstanden zu haben, in welch große Gefahr sie die beiden jugendlichen Protagonisten gebracht haben.

Professionelle Filmemacher, die Videosequenzen oder andere öffentliche Aufführungen planen, ersuchten die Behörden bislang regelmäßig um Erlaubnisse und wiesen auf mögliche problematische Situationen hin, die in der Öffentlichkeit falsch verstanden werden könnten.

 

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