Mi., 05.06.2019

Weniger Gewitter als erwartet in NRW Experte bestätigt Tornado in Bocholt – Schwere Schäden

In münsterländischen Bocholt hat in der Nacht ein Tornado erhebliche Schäden verursacht. Das Auto sei durch die Luft gewirbelt worden, hieß es.

In münsterländischen Bocholt hat in der Nacht ein Tornado erhebliche Schäden verursacht. Das Auto sei durch die Luft gewirbelt worden, hieß es. Foto: Stadt Bocholt/dpa

Bocholt/Offenbach (dpa). Mit deutlich weniger Wucht als befürchtet ist in der Nacht ein Gewitter über Teile von Deutschland gezogen. Doch die münsterländische Stadt Bocholt hat es schwer getroffen: Der Deutsche Wetterdienst hat die Windhose, die dort in der Nacht zu Mittwoch gewütet hat, als Tornado eingestuft.

Die Experten gehen davon aus, dass der senkrechte Wirbelwind Windgeschwindigkeiten zwischen 181 und 253 Stundenkilometer entwickelt hat, sagte der Tornadobeauftragte des Deutschen Wetterdienstes (DWD), Andreas Friedrich, am Mittwoch.

Dieses Dach wurde komplett abgedeckt. Foto: Stadt Bocholt/dpa

Der mittelstarke Tornado hatte in einem Straßenzug verheerende Schäden angerichtet. Dachziegel wirbelten umher, ein Dach wurde vollständig abgedeckt. Ein Auto wurde vom Wind erfasst und zehn Meter weit durch die Luft geschleudert. Fenster und Wintergärten gingen zu Bruch, zahlreiche Bäume wurden entwurzelt.

»Da hat eine lokale Windhose massiv gewütet«, berichtete der Stadtsprecher. Eine Person sei leicht verletzt worden. Etwa 90 Feuerwehrleute waren den Angaben zufolge in der Nacht über Stunden im Einsatz.

In Zusammenarbeit mit Experten der europaweiten Datenbank für solche Wetterphänomene ESWD (European Severe Weather Database) habe der Deutsche Wetterdienst Schadensbilder analysiert und mit Augenzeugenberichten abgeglichen worden. »Die Schäden, die wir da gesehen haben, können nur durch einen Tornado verursacht worden sein«, sagte DWD-Experte Friedrich.

Böen von bis zu 90 Stundenkilometern

Mit deutlich weniger Wucht als befürchtet ist in der Nacht ein Gewitter über Teile von Deutschland gezogen. »Das Gewitter hat sich über Deutschland ziemlich schnell abgeschwächt«, hieß es am Mittwoch vom Deutschen Wetterdienstes.

Über Belgien und die Niederlande war es zuvor noch mit Böen von mehr als 100 Kmh gezogen. In Deutschland richtete es nach ersten Meldungen keine flächendeckenden Schäden an.

Mit Böen von bis zu 90 Stundenkilometer war das Unwetter auf Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland getroffen.

Der DWD hatte angesichts des Gewitters in der Westhälfte Deutschlands in mehreren Landkreisen vor Unwettern gewarnt. Im Laufe der Nacht zog das Gewitter über Niedersachsen weiter in Richtung Schleswig-Holstein. Auch für die nächsten Tage rechnete der DWD noch mit hohen Temperaturen tagsüber und hohem Unwetterpotenzial nachts.

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