Fr., 14.06.2019

Instagram-Nutzer machen mit blauen Profilbildern auf das Massaker im Sudan aufmerksam Zeichen der Solidarität

Am 3. Juni hat das sudanische Militär friedliche Demonstranten attackiert.

Am 3. Juni hat das sudanische Militär friedliche Demonstranten attackiert. Foto: dpa

Khartum (dpa/viv). Wer in den vergangen Tagen in sozialen Medien wie Instagram aktiv war, dem ist vielleicht eine Farbe besonders ins Auge gestochen: ein helles Blau, das viele User als neues Profilbild gesetzt haben. Dabei geht es jedoch weniger um Anonymität, sondern soll ein klares Zeichen setzen: Solidarität mit dem Sudan.

Am 3. Juni hat das sudanische Militär friedliche Demonstranten attackiert. Beim Niederreißen eines Protestcamps und anschließenden Straßenkämpfen sind nach Angaben der Opposition 118 Menschen getötet worden, die Armee spricht von 61 Opfern.

Warum blau?

Das »Mattar Blue«, das viele Menschen jetzt als Zeichen ihrer Solidarität nutzen, ist dabei nicht zufällig gewählt. Der gräuliche Blauton ist von der Internetgemeinde nach Mohammed Hashim Mattar benannt worden, einem Opfer des Massakers. Der 26-Jährige soll bei dem Versuch eine Gruppe Frauen vor dem Kugelhagel zu schützen gestorben sein. Die Profilbilder des Demonstranten in den sozialen Medien zeigten nicht Mattar selbst, sondern die Farbe, die später in den sozialen Netzwerken nach ihm benannt werden sollte.

Mit den Hashtags #blueforsudan, #sudanuprising und #standforsudan wollen Nutzer weltweit ihre Unterstützung zeigen und Aufmerksamkeit auf die Geschehnisse lenken.

Durch die blanken Bilder soll Neugier geweckt werden. Die User sollen sich fragen, was sich hinter den neuen Profilbildern ihrer Freunde und Bekannten verbirgt, um sich im Anschluss zu informieren.

Militär räumt Fehler ein

Ein Sprecher des seit zwei Monaten herrschenden Militärrats erklärte am Donnerstagabend vor Journalisten in Khartum, es gebe eine interne Untersuchung. Mehrere Verantwortliche seien inhaftiert worden. UN und Menschenrechtler fordern eine unabhängige Überprüfung.

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