Sa., 20.07.2019

Unwetter ziehen über NRW – ab Mittwoch wird es deutschlandweit heiß Erst Unwetter, dann Hitze

Nicht nur für gesundheitlich geschwächte Menschen sei es an so heißen Tagen wichtig, viel zu trinken, so der Wetterdienst.

Nicht nur für gesundheitlich geschwächte Menschen sei es an so heißen Tagen wichtig, viel zu trinken, so der Wetterdienst. Foto: dpa

Freiburg (dpa). Zum Wochenstart kommt in Deutschland die Sommerhitze mit deutlich mehr als 30 Grad zurück. Zuvor hat es in Nordrhein-Westfalen aber erst örtliche Unwetter mit Starkregen, Hagel und zum Teil auch schweren Sturmböen geben.

In Düsseldorf musste aufgrund des Unwetters beispielsweise die »größte Kirmes am Rhein« für einige Zeit den Betrieb einstellen. Die Festwiese wurde gegen 15.30 Uhr geräumt. Bis 17.15 Uhr hatten die Achterbahnen und anderen Attraktionen den Betrieb nicht wieder aufgenommen. »Die Sicherheit geht vor«, sagte ein Kirmes-Sprecher. Gegen 19 Uhr wurde die Kirmes dann wieder eröffnet.

In Mönchengladbach wurden Straßen überflutet, Dächer beschädigt oder abgedeckt, Bäume umgestürzt oder Astwerk abgerissen, wie die Stadt am Abend mitteilte. Ein Baum drohte in ein Mehrfamilienhaus zu stürzen, er wurde mit einem Feuerwehrkran gesichert. Einige Straßen seien wegen Wasseransammlungen nicht befahrbar. »Bitte beachten Sie unbedingt die Sperrungen durch die Einsatzkräfte«, hieß es.

Mehr Glück hatten Zehntausende Besucher des Musik-Events »Parookaville« in Weeze am Niederrhein. Zwar regnete es auch hier zeitweise heftig. Doch konnten die Konzerte auf den zehn Bühnen bis zum späten Nachmittag ohne Unterbrechung stattfinden, wie Festival-Sprecher Philip Christmann berichtete. Für den weiteren Verlauf des dreitägigen Festivals rechneten die eigenen Meteorologen nun nicht mehr mit Problemen, betonte er.

Auch beim Reitturnier CHIO in Aachen zeigten sich die Veranstalter unbeeindruckt vom Unwetter. »Wir hatten eine etwas nasse Siegerehrung. Aber so etwas sind Reiter ja gewohnt«, sagte ein Sprecher.

Der Deutsche Wetterdienst hatte am Samstagnachmittag für weite Teile Nordrhein-Westfalens Unwetterwarnungen herausgegeben. Der Landesleitstelle waren bis zum späten Nachmittag zunächst keine größeren Schäden oder wetterbedingten Unfälle bekannt.

Mehr als 30 Grad

Zum Wochenstart klettern die Temperaturen dann nach oben. Für den Norden und Nordosten Deutschlands sagen die Meteorologen noch bis zu 26 Grad voraus, ansonsten steigen die Werte aber schon bis auf 33 Grad.

Am Dienstag wird es dem DWD zufolge dann noch heißer: Im Südwesten können es 36 Grad werden und auch im Nordosten wird die 30-Grad-Marke geknackt. Nur an den Küsten wird es nicht ganz so heiß. In der Nacht zum Mittwoch sollen die Temperaturen mancherorts nicht unter 20 Grad fallen.

Warnstufe 2

Alte und kranke Menschen sowie kleine Kinder müssen in der kommenden Woche besonders vorsichtig sein: Angesichts der erwarteten Hitze rechnet der DWD damit, dass am Montag in mehreren Regionen Deutschlands die Voraussetzungen für Hitzewarnungen erfüllt sind. »In den folgenden Tagen werden die Menschen in manchen Teilen Deutschlands mit der Warnstufe 2 leben müssen«, sagte Andreas Matzarakis, Leiter des Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung des DWD in Freiburg, der Deutschen Presse-Agentur.

Die Warnstufe 2 wird herausgegeben, wenn tagsüber extreme Wärmebelastung herrscht. Die sogenannte gefühlte Temperatur liegt dann über 38 Grad. Starke Wärmebelastung und damit die Voraussetzung für die Warnstufe 1 liegt vor, wenn um 14 Uhr die gefühlte Temperatur 32 Grad und mehr beträgt. Die vom DWD verwendete Gefühlte Temperatur ist nicht mit der Lufttemperatur gleichzusetzen. Für die Wärmebelastung müssen neben der Lufttemperatur der Wasserdampfgehalt der Luft, der Wind und die Strahlung berücksichtigt werden.

Angesichts der erwarteten Hitzebelastungen, die nach bisherigen Prognosen mindestens bis zum folgenden Wochenende anhalten können, empfahl Matzarakis, körperliche Anstrengungen im Freien zu vermeiden. Nicht nur für gesundheitlich geschwächte Menschen sei es an so heißen Tagen wichtig, viel zu trinken. »Halten Sie Ihre Wohnung kühl, denn ein erholsamer Schlaf hilft dabei, die Hitze des Tages besser zu verkraften«, so eine Empfehlung des DWD.

2019 gab es schon drei Hitzewellen

In diesem Sommer gab es nach DWD-Angaben bisher drei Hitzewellen – das seien ungewöhnlich viele und teils lang anhaltende. Im Juni wurden an mehreren Orten die regionalen Rekordtemperaturen übertroffen. Insgesamt handelte es sich um den wärmsten und sonnigsten Juni seit Beginn flächendeckender Messungen.

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