Mi., 31.07.2019

Drei Wölfe in NRW sesshaft Gerissene Schafe im Kreis Wesel – Wieder war es ein Wolf

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: dpa

Essen (dpa). Drei jüngere Attacken mit verletzten und toten Schafen im Kreis Wesel gehen nach Angaben des Landesumweltamts (Lanuv) auf das Konto eines Wolfes. Die genetische Untersuchung von Speichelproben ergab demnach, dass ein Wolf im Juni und Juli die Schafe angegriffen hat.

Ob es die Wölfin war, die sich vor einem Jahr im Wolfsgebiet Schermbeck zwischen dem nördlichen Ruhrgebiet und dem Münsterland angesiedelt hat, müssten weitere Untersuchungen durch das Forschungsinstitut Senckenberg zeigen.

20 Angriffe zugerechnet

Dieser Wölfin werden bisher rund 20 Angriffe auf Nutztiere zugerechnet. Bemerkenswert ist für den Naturschutzbund Nabu, dass der Wolf dabei entgegen seines üblichen Verhaltens auch über Zäune gesprungen sei, wie Nabu-Sprecherin Birgit Königs am Mittwoch sagte. »Normalerweise springen Wölfe nicht über Zäune. Das ist erlerntes Verhalten«, sagte Königs. Fraglich sei aber, ob der Zaun tatsächlich wolfssicher war und unter Strom stand.

Es müsse geklärt werden, ob alle Kriterien eines bestmöglichen Herdenschutzes erfüllt waren, sagte Lanuv-Sprecher Wilhelm Deitermann. Erst dann könne man bewerten, »ob ein Wolf ein Verhalten zeigt, was er nicht zeigen soll«. Dann könnten am Ende Vertreibung oder Abschuss des streng geschützten Tieres stehen. Priorität hätten aber Herdenschutz-Maßnahmen.

In NRW leben seit 2018 drei einzelne Wölfe: in der Gegend um Schermbeck, in der Senne bei Bielefeld sowie im nordrhein-westfälischen Teil der Eifel. Zuletzt hatte es Wolfssichtung im lippischen Kalletal gegeben.

Lizenz zum Töten von Problemwolf

In Niedersachsen versuchen Schützen indes seit einem halben Jahr einen Problemwolf im Landkreis Nienburg abzuschießen. Sie wurden vom niedersächsischen Umweltministerium beauftragt. Da die Schützen bisher erfolglos geblieben sind, ist die Genehmigung zum Abschuss des artenschutzrechtlich streng geschützten Wolfes erneut um einen Monat verlängert worden, teilte das Ministerium am Mittwoch mit.

Bis zum 31. August haben die Schützen nun grünes Licht zum Töten des Tiers. Der Leitwolf des sogenannten Rodewalder Rudels darf abgeschossen werden, weil er wolfsabweisende Zäune überwunden und Rinder in einer Herde angegriffen hat.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6818818?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2509831%2F4299039%2F