Schwierige Beweislage: Verursacher der Suchaktion noch nicht belegt
Wer bezahlt den Kobra-Einsatz?

Herne (dpa/lnw). Nach der tagelangen Suche nach einer flüchtigen Giftschlange in Herne kann die Stadt den Verursacher der aufwendigen Aktion noch immer nicht eindeutig belegen.

Dienstag, 10.09.2019, 15:53 Uhr aktualisiert: 10.09.2019, 15:56 Uhr
Schlangenexperte Roland Byner stellt eine Kiste vor die Haustür eines Mehrfamilienhauses ab. Eine giftige Kobra ist am Sonntag einem Schlangenhalter in Herne entwischt. Vier Reihenhäuser wurden daraufhin evakuiert. Foto: Caroline Seidel/dpa
Schlangenexperte Roland Byner stellt eine Kiste vor die Haustür eines Mehrfamilienhauses ab. Eine giftige Kobra ist am Sonntag einem Schlangenhalter in Herne entwischt. Vier Reihenhäuser wurden daraufhin evakuiert. Foto: Caroline Seidel/dpa

Die Stadt geht nach Angaben eines Sprechers von Dienstag aber weiter fest davon aus, dass die gefährliche Monokelkobra aus dem Bestand eines Mieters des Mehrfamilienhauses stammt, in dessen Treppenhaus die Kobra zwischenzeitlich unterwegs war. Dieser verweigere aber jede Kooperation. Der Mieter soll mit Reptilien gehandelt haben. 22 seiner Tiere wurden beschlagnahmt.

Doch der Mann bestreite, dass ihm die ausgebüxte Kobra gehöre und wolle das Ordnungsamt auch nicht in seine Wohnung lassen, um etwaige Beweise zu sammeln. »Wir arbeiten aber weiter daran, so viele Anhaltspunkte zusammenzubekommen, dass wir ihm die Kosten für den Einsatz und seine Folgen in Rechnung stellen können«, sagte ein Stadtsprecher am Dienstag. Nun wolle man versuchen, die Kobra auf Fotos zu identifizieren, die die Behörden zu einem früheren Zeitpunkt in dem Haushalt des Schlangenhalters gemacht hatte. Die Behauptung des Mannes, die Schlange sei vermutlich zugelaufen, nannte die Stadt in einer Mitteilung »absurd«.

Noch immer seien die Kosten nicht vollständig bezifferbar: »Wir gehen aber von einem mittleren fünfstelligen Betrag aus«, sagte der Stadtsprecher. Tagelang hatten Feuerwehrleute in dem Haus und in der Umgebung nach dem hochgiftigen Tier gesucht bis es schließlich eingefangen. 30 Bewohner mussten ihre Wohnungen tagelang verlassen.

Die Schlangensuche von Herne löste auch in der Politik eine neue Diskussion über die Haltung von gefährlichen Tieren aus. Inzwischen arbeitet das nordrhein-westfälische Umweltministerium an einem Gesetz, das strengere Vorgaben für die Halter von sogenannten Gefahrtieren vorsieht, etwa vorgeschriebene Haftpflichtversicherungen für die Besitzer.

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