22 der insgesamt 45 Verfahren waren in Nordrhein-Westfalen angesiedelt
NRW ist Clan-Jäger Nummer eins

Düsseldorf (dpa). In keinem anderen Bundesland laufen so viele Ermittlungsverfahren gegen kriminelle Familienclans wie in Nordrhein-Westfalen.

Dienstag, 24.09.2019, 13:53 Uhr
Das Foto zeigt Polizisten bei einer Razzia gegen kriminelle Clans. Foto: dpa
Das Foto zeigt Polizisten bei einer Razzia gegen kriminelle Clans. Foto: dpa

Das geht aus einem bundesweiten Lagebild zur Clankriminalität hervor, das erstmalig vom Bundeskriminalamt (BKA) erstellt wurde. Danach waren im vergangenen Jahr 22 der insgesamt 45 Verfahren gegen kriminelle Clans – und damit fast die Hälfte – in dem bevölkerungsreichsten Bundesland angesiedelt.

Libanesen stellen größte Gruppe der Tatverdächtigen

Ermittler in Bayern betreuten sieben Verfahren, die sich gegen Großfamilien richteten. Fünf Ermittlungsverfahren betrafen Tatverdächtige in Berlin. Unter den bundesweit 654 Tatverdächtigen in diesem Bereich stellten die Libanesen mit 152 Tatverdächtigen die größte Gruppe.

Insgesamt ging die Zahl der Ermittlungsverfahren gegen Gruppierungen der Organisierten Kriminalität im vergangenen Jahr von 572 auf 535 Verfahren zurück. Für die Sicherheitsbehörden ist das aber nur bedingt eine gute Nachricht.

Täter setzen mittlerweile auf verschlüsselte Kommunikation

Denn das BKA erklärte, die Ermittlungen seien teilweise komplexer und aufwendiger geworden – auch weil viele Täter auf verschlüsselte Kommunikation setzen. Während die Zahl der Verfahren im Rotlichtmilieu 2018 stark zurückging, gab es einen leichten Anstieg bei den Ermittlungen gegen Schleuserbanden.

Von den 6483 Tatverdächtigen im Bereich der Organisierten Kriminalität waren im vergangenen Jahr 31,2 Prozent Deutsche , wobei rund zwölf Prozent von ihnen bei ihrer Geburt eine andere Staatsangehörigkeit hatten.

BKA beobachtet hohe »Gewaltbereitschaft« bei Tschetschenen

Unter den Ausländern dominierten die Türken mit 714 Verdächtigen und polnische Staatsbürger (404 Verdächtige). Eine »überdurchschnittlich hohe Eskalations- und Gewaltbereitschaft« beobachtete das BKA 2018 bei Verbrecherbanden, die von Tschetschenen dominiert werden.

 

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