Di., 17.03.2020

Touristen müssen auf ihren Zimmern bleiben Corona: Urlauber wollen nur noch nach Hause

Die Polizei ist ins Hotel gekommen, um die Maßnahmen zu überwachen.

Die Polizei ist ins Hotel gekommen, um die Maßnahmen zu überwachen. Foto: Andreas Schnadwinkel

Costa Adeje  (WB/as).  Gekippt ist die Stimmung auf Teneriffa am Montagnachmittag , als die Hotel-Managerin des Riu Arecas mit einem Megaphon an den Pool kam. „Alle Gäste werden gebeten, auf ihre Zimmer zu gehen und dort zu bleiben.“

Drei uniformierte Polizisten verliehen der Aufforderung den nötigen Nachdruck. Das Murren hielt sich in Grenzen, soeben bestellte Getränke durften mit auf die Zimmer genommen werden.

Während Hotel-Mitarbeiter den Pool mit rot-weißem Flatterband absperrten, belagerten die Urlauber zwei TUI-Berater. Von „Zimmerqurantäne“ sollte nicht die Rede sein, der Begriff wurde gemieden - weil er auf die Situation auch nicht zutraf. Man durfte die Zimmer zu den Mahlzeiten verlassen. Und sogar das Hotelgelände, um sich im Supermarkt gegenüber mit Lebensmitteln zu versorgen.

Dennoch: Jetzt will jeder nur noch nach Hause. Die Nachrichten aus Deutschland tragen ebenso zur Verunsicherung bei wie eine SMS von TUI an die betroffenen Kunden. Am Montagabend sorgte der weltgrößte Touristikkonzern für Verwirrung. Der Hinweis, dass alle gebuchten künftigen Reisen seitens TUI storniert werden, las sich missverständlich. Nämlich so, als ob dies auch für bestehende Verträge gelte. Kurz vor Mitternacht kam die Richtigstellung per SMS.

Die letzten Badenden müssen den Pool des Hotels Riu Arecas auf Teneriffa verlassen. Foto: Schnadwinkel

Nach dem Frühstück am Dienstag geht kaum jemand zurück aufs Zimmer. Jetzt gilt es, keine Information über umgebuchte Flüge zu verpassen. Wer sich nicht kümmert, droht bis Samstag bleiben zu müssen. Das will keiner. Für Mittwoch ist auch ein Rückflug mit TUIfly nach Paderborn/Lippstadt geplant. Die Plätze in der Maschine sind begehrt.

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