Das Konzentrationslager Auschwitz ist heute ein Museum
Die Todesfabrik der Nazis

Oswiecim (WB). Am 27. Januar 2020 jährt sich der Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz Birkenau zum 75. Mal.

Donnerstag, 23.01.2020, 18:56 Uhr
Blick auf das historische Tor (Innenseite) und die Schornsteine der Baracken im früheren Vernichtungsslager Auschwitz-Birkenau. Foto: dpa
Blick auf das historische Tor (Innenseite) und die Schornsteine der Baracken im früheren Vernichtungsslager Auschwitz-Birkenau. Foto: dpa

Als die Infanterie der I. Ukrainischen Front unter dem Oberbefehl von Generaloberst Pawel Alexejewitsch Kurotschkin (1900–1989) die deutsche Vernichtungsstätte im besetzten Polen erreicht hatte, fand sie in dem teilweise gesprengten Komplex nur noch 7650 Überlebende und 650 Leichen vor, die unbestattet geblieben waren. „Auf den Pritschen lagen Menschen … Skelette schon, mit Haut überzogen und abwesendem Blick“, erinnerte sich später der Kameramann Alexander Woronzow, der die Befreiung filmisch dokumentierte.

„Es war schwer, sie ins Leben zurückzuholen.“ Schon im Oktober 1944 hatte der damalige Reichsinnenminister Heinrich Himmler die Zerstörung der Vernichtungsanlagen in Auschwitz angeordnet. Kurz danach wurden die letzten Häftlinge vergast. Die Zerstörung dauerte bis kurz vor dem Einmarsch sowjetischer Truppen.

Bis zu 100.000 Häftlinge

Bis heute sind im Stammlager II in Birkenau von den Gaskammern und Krematorien nur Ruinen geblieben. In den Höchstzeiten der Vernichtung waren tageweise mehr als 100.000 Häftlinge in den Lagern. Die größten Deportationswellen erreichten Auschwitz zwischen Mai und Juli 1944 vor allem aus Ungarn. Mit dem Vorrücken der Alliierten wurden die Transporte kleiner. Zehn Tage vor der Befreiung kamen die letzten Häftlinge in Auschwitz an. Tags darauf, am 18. Januar 1945, begann die SS mit der Evakuierung. 58.000 Häftlinge wurden auf einen Todesmarsch geschickt, den die meisten nicht überlebten.

Die Befreier von Auschwitz fanden in den Magazinen des deutschen Konzentrationslagers 843.000 Herrenanzüge, 837.000 Damenmäntel und -kleider, 44.000 Paar Schuhe und 7,7 Tonnen menschliches Haar. Am 2. Juli 1947 erklärt der Sejm, das polnische Parlaments, die Lager in Auschwitz I und Birkenau zu Museen. Es dauerte aber noch mehr als 30 Jahre, bis die übrig gebliebenen 155 Gebäude und 300 Ruinen umzäunt waren.

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