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Campino und der Preis der Karriere

Düsseldorf (dpa) - Campino denkt mit seinen 52 Jahren häufiger auch an die Schattenseiten seiner Karriere. «Jetzt, da ich älter werde, stellt sich mir manchmal die Frage: Was war der Preis für meinen Lebensweg?», erzählte der Sänger der Toten Hosen der «Rheinischen Post».

Freitag, 02.01.2015, 13:39 Uhr aktualisiert: 02.01.2015, 13:48 Uhr

«Wenn ich meine Geschwister beobachte, die Partner für eine lange Zeit gefunden haben und ihr ganzes Leben intensiv teilen, dann ist das sicherlich auch eine lebenswerte Variante.» Unzufrieden sei er mit seinem unsteten Musiker-Leben aber nicht: «Ich bin nicht unglücklich in dem Sinne, dass ich glaube, ich hätte etwas extrem versemmelt.»

Ein Familienersatz sei für ihn auch immer die Band gewesen. «Wir haben tatsächlich fast eine Familienstruktur. Sie ist damit nicht gleichzusetzen, aber in vielen Punkten ein Ersatz», sagte Campino . «Du musst auch in einer Band unheimlich an der Beziehung arbeiten. Und du teilst die Schicksalsschläge: Krankheiten, Todesfälle . So etwas dringt nicht nach außen, prägt aber ein gemeinsames "Durchslebengehen".»

Kommentare

Christian Schmieder  schrieb: 02.01.2015 20:17
vor allem,
wenn die Geschwister alle gescheite Leute sind und man selbst nur mehrstimmigen, extrem einfallslosen Altstadt-Gröhlrock zu verantworten hat. Das System, das man so gehasst hat, hat einen nun plötzlich reich gemacht. Die Aktiendepots und Häuserzeilen erinnern einen ständig daran, den Wohlstand zu rechtfertigen, der sich für einen Punk ja nicht gehört. Sich dann noch ins Fernsehen zu setzen und die Regierung aufzufordern, mehr gegen die Ebola Epidemie zu tun, während mann selbst nur einen überflüssigen, derben WeihnachtsPUNKsong covert, statt selbst nach Afrika zu fahren und anzupacken...einfach widerlich. Wenn er zu dem steht, was er immer gepredigt hat, sollte er 75 % seines Vermögens den Menschen am Rand der Gesellschaft spenden. Ansonsten sollte er seinen wohlverdienten Reichtum, den ihm niemand neidet, genießen, aber für immer seine Klappe halten. Damit entflieht er auch seinen imperativen Grübelzwängen, an denen wir medial zwangsverordnet teilnehmen müssen :-)
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