So., 16.12.2018

Bielefelder Autorin wundert sich manchmal selbst über ihren Erfolg Mechtild Borrmann: »Keine Panik bei Schreibstau«

Die Bielefelder Autorin Mechtild Borrmann ist mit ihrem neuen Roman »Grenzgänger« auf Lesereise.

Die Bielefelder Autorin Mechtild Borrmann ist mit ihrem neuen Roman »Grenzgänger« auf Lesereise. Foto: Thomas F. Starke

Von Burgit Hörttrich

Bielefeld (WB). »Ich wundere mich bis heute, dass ich vom Schreiben leben kann«, sagt die Bielefelder Autorin Mechtild Borrmann. Und sie ergänzt: »Es ist kein leichtes Pflaster.«

Ihre Romane schaffen es auf Anhieb auf die Bestsellerlisten. Das gilt auch für ihr neues Buch »Grenzgänger«. Mechtild Borrmann: »Es steht auf der Krimi-Bestenliste.« »Grenzgänger« stellte die 58-Jährige in der Bielefelder Buchhandlung Klack vor – ein Heimspiel, restlos ausverkauft, wie auch die 50 Lesungen, die sie seit Erscheinen im Oktober bereits absolviert hat.

Flohmarktfund als Ausgangspunkt

In »Grenzgänger« erzählt Mechtild Borrmann von Henni, einem Mädchen aus schwierigen Verhältnissen. Es wächst in einem Eifeldorf an der deutsch-belgischen Grenze auf und scheitert im Nachkriegsdeutschland an der Aufgabe, die jüngeren Geschwister zu versorgen. Sie werden in die Obhut der Kirche übergeben und erleiden dort die Hölle auf Erden. Henni steht 1970 wegen Mordes und Brandstiftung vor Gericht, vorverurteilt von allen jenen, die sie zu kennen glauben.

Auf die Idee für die Handlung sei sie durch einen Zufallsfund gekommen, so Mechtild Borrmann: »Ich habe auf einem Flohmarkt ein Fotoalbum mit Bildern aus den Jahren zwischen 1918 und 1960 gekauft.« Besonders berührt habe sie ein Familienbild, dass in Monschau gemacht worden war. Das sei der Ausgangspunkt für ihre Recherchen über Kaffeeschmuggel, Heimerziehung, Missbrauch und die finsteren Seiten dörflichen Lebens in Archiven und mit Hilfe von Zeitzeugen gewesen. Alle ihre Figuren seien erfunden, aber Mechtild Borrmann gibt ihnen stets eine eigene Biografie.

Bewährter Rhythmus

Alle zwei Jahre, dieser Rhythmus habe sich für sie bewährt, erscheine (nach Möglichkeit) ein neues Buch. Manchmal recherchiere sie, aber das Material sei dann doch nicht für einen Roman geeignet. Borrmann: »Dann schreibe ich eine Kurzgeschichte.« Wenn nichts mehr gehe, verfalle sie nicht in Panik: »Daran habe ich mich inzwischen gewöhnt.«

Ihre Wahlheimat Ostwestfalen-Lippe war übrigens noch nie Schauplatz eines Borrmann-Romans. Das könnte sich demnächst ändern. Die Autorin: »Ja, ich recherchiere zur Zeit in verschiedene Richtungen.«

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