Sa., 18.05.2019

ESC-Finale: Deutschland laut Buchmachern hinten, Niederländer Laurence ist Favorit Eisprinzessin, Fetisch und Madonna

Sie stehen Samstagabend beim ESC im Fokus: Das deutsche Duo S!sters (oben links) präsentiert den Song »Sister« mit der Startnummer vier. Die Isländer von Hatari singen zur Feuershow in Sado-Maso-Fetisch-Kostümen (oben rechts), während Favorit Duncan Laurence (25, unten links) mit seiner melancholischen Ballade »Arcade« eher ruhigere Töne anschlägt. Weltstar Madonna unterhält in der Pause.

Sie stehen Samstagabend beim ESC im Fokus: Das deutsche Duo S!sters (oben links) präsentiert den Song »Sister« mit der Startnummer vier. Die Isländer von Hatari singen zur Feuershow in Sado-Maso-Fetisch-Kostümen (oben rechts), während Favorit Duncan Laurence (25, unten links) mit seiner melancholischen Ballade »Arcade« eher ruhigere Töne anschlägt. Weltstar Madonna unterhält in der Pause. Foto: dpa

Tel Aviv (dpa/WB/cbr). Von Schreigesang in Sado-Maso-Kostümen über Dirty Dancing bis zur schwebenden Opernsängerin: Das Finale des Eurovision Song Contest in Tel Aviv bietet am Samstag (live ab 20.15 Uhr, ARD, One) die unterschiedlichsten Arten der Unterhaltung, einige schräge Vögel und Weltstar Madonna als »Pausenfüller«.

Die 60-jährige Pop-Queen tritt – außer Konkurrenz – nach den ersten 13 Beiträgen auf und wird damit eines der Highlights beim Eurovision Song Contest. Im Fokus stehen in der Show aber vor allem Musiker aus 26 Ländern, die ab 21 Uhr unter dem Motto »Dare to Dream« (Wage zu träumen«) um den Sieg kämpfen.

Buchmacher sehen deutschen Song »Sister« auf dem letzten Platz

Für den ganz großen Erfolg kommt Deutschland den Buchmachern nach nicht infrage, sie sehen Deutschland auf dem letzten Platz. Fast neun Jahre nach dem letzten Sieg durch Lena Meyer-Landrut präsentieren Laurita Spinelli aus Wiesbaden und Carlotta Truman aus Hannover als Duo S!sters den Song »Sister«. Zumindest ESC-Experte Peter Urban ist optimistischer als die Wettbüros: »Der Song wird nicht schlecht abschneiden«, sagte Urban der »Neuen Osnabrücker Zeitung«. Er sei ein Ohrwurm mit einem starken Refrain.

Niederländer Duncan Laurence (25) ist favorisiert

Die Favoritenrolle haben jedoch andere inne: allen voran der Niederländer Duncan Laurence. Der 25-Jährige, eigentlich Duncan de Moor, wird seit Wochen als Favorit gehandelt. Er singt in seiner melancholischen Ballade »Arcade« von der Sehnsucht nach einer verlorenen Liebe. Ebenfalls weit oben sehen Experten den Russen Sergey Lazarev (36), der seine poetische Ballade »Scream« zum besten gibt. Einen kuriosen Beitrag dürfte Island bieten: Die antikapitalistische Performance-Gruppe Hatari gibt in Sado-Maso-Fetisch-Kostümen den Song »Hatrið mun sigra« – Hass wird siegen – zum Besten. Das Kontrastprogramm zu Feuersäulen und Höllenschlund liefert die Australierin Kate Miller Heidke (37), die als Eisprinzessin verkleidet, in vier Metern Höhe ihr Lied »Zero Gravity« performt.

 

Zuschauer können per Telefon, SMS und App abstimmen

Weil Deutschland zu den großen Geldgebern der Eurovision gehört, sind die S!sters automatisch für das Finale gesetzt. Im Song »Sister« geht es um den Zusammenhalt zwischen Frauen und welche Kraft daraus erwachsen kann. Allerdings gelten die Erfolgsaussichten als eher gering. Nach dem zweiten Halbfinale rutschten sie laut Prognosen der Buchmacher vom Freitag sogar auf den letzten Platz im Finale. Beim zweiten Halbfinale hatten sich am Donnerstagabend unter anderem noch die Schweiz, die Niederlande, Schweden und Russland qualifiziert. Beim ESC-Finale am Samstagabend können Zuschauer per Telefon, SMS und App ihre Stimme abgeben. Neben den Zuschauern stimmen auch nationale Fachjurys aus Sängern und Komponisten über die Beiträge ab. Am Ende gewinnt der Song mit den meisten Punkten.

Deutschland hat bisher zwei Mal gewonnen

Deutschland hat den ESC bisher zwei Mal gewonnen: 1982 mit Nicole (»Ein bisschen Frieden«) und 2010 mit Lena Meyer-Landrut (»Satellite«). Im vergangenen Jahr hatte Michael Schulte (»You let me walk alone«) Platz vier erobert. Damals hatte die israelische Sängerin Netta Barzilai mit ihrem schrillen Auftritt begeistert – und mit ihrem Song »Toy« gewonnen. Damit holte sie den 64. ESC nach Tel Aviv – und Madonna.

Madonnas Auftritt soll 1,15 Millionen Euro kosten

Lange hatte Unsicherheit geherrscht, ob Madonna in der Show zu sehen sein würde. Die 60-Jährige unterschrieb erst in letzter Minute den Vertrag. Der Star will am Samstagabend seinen Hit »Like a Prayer« singen und als Weltpremiere den neuen Song »Future« aufführen. Nach Angaben der britischen PR-Firma Number 10 strategies wird der israelisch-kanadische Geschäftsmann Sylvan Adams die gesamten Kosten für Madonnas Auftritt tragen – schätzungsweise rund 1,15 Millionen Euro.

Eurovision Song Contest 2019 im TV und online

Samstag, 18. Mai

  • 19-19.45 Uhr, One: Spektakulär und schräg – Best of Eurovision Song Contest.
  • 19.45-20.15 Uhr, One: Brisant extra zum ESC.
  • 19.45-20.15 Uhr, live, eurovision.de: Warm-up zum Finale mit Alina Stiegler.
  • 20.15-21 Uhr, live, ARD, One, eurovision.de: ESC 2019, der Countdown für Tel Aviv mit Barbara Schöneberger.
  • 21 Uhr, ARD, One, eurovision.de, Deutsche Welle: Finale - kommentiert von »The Voice« Peter Urban.

Sonntag, 19. Mai

  • 0.45-1.45 Uhr, live, eurovision.de: Reaktionen live mit Alina Stiegler aus dem Pressezentrum in Tel Aviv und Stefan Spiegel Backstage.
  • 0.45 Uhr, live, ARD, One, eurovision.de: Grand-Prix-Party mit Barbara Schöneberger.
  • 9.4o Uhr, One: Finale (Wiederholung).
  • 12-12.45 Uhr, eurovision.de: Der Tag danach, Resümee.

 

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