Mi., 12.02.2020

Kultur Gutes Sehen: Mediterrane Ernährung kann Risiko für fortgeschrittene Makuladegeneration senken

Foto: unsplash.com

Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist weltweit eine der Hauptursachen für Erblindung. Eine neue Studie zeigt: Mit viel Gemüse, Olivenöl und Fisch lässt sich der Verlauf der Erkrankung positiv beeinflussen.

Das menschliche Auge ist ein kleines Wunderwerk: Auf der Netzhaut sitzen mehr als 120 Millionen Sehsinneszellen, viele davon im sogenannten gelben Fleck, medizinisch Makula genannt. Die Sinneszellen dort ermöglichen das scharfe Sehen – und damit Zeitunglesen, Autofahren und das Erkennen von Gesichtern. Bei einer altersbedingten Makuladegeneration (AMD) ist gerade dieser Sehsinn bedroht. Die Erkrankung tritt vor allem ab einem Alter von 50 Jahren auf, sie entsteht durch Ablagerung von Stoffwechselprodukten in der Makula. Diese beeinträchtigen die Funktion der Sinneszellen und können sogar zu deren Zerstörung führen. Entsteht im Verlauf eine sogenannte feuchte AMD, schreitet die Erkrankung und damit die Sehverluste deutlich schneller voran.

Essen wie am Mittelmeer

Wie eine im US-Fachmagazin „Ophthalmology“ veröffentlichte Studie belegt, kann eine mediterrane Diät die Sinneszellen schützen und so einem Sehverlust entgegenwirken. Stehen bei AMD-Patienten häufig und regelmäßig Obst und Gemüse, Olivenöl, Hülsenfrüchte, Nüsse und Fisch auf dem Speiseplan, sinkt das Risiko für eine der fortgeschrittenen AMD-Formen, zu denen auch die feuchte AMD zählt, um rund 40 Prozent. Zucker, Fleisch, tierische Fette und Palmöl sollten dagegen eher selten und in Maßen konsumiert werden.

Für ihre Studie werteten Wissenschaftler der Universitäten von Bordeaux (Frankreich) und Rotterdam (Niederlande) die Daten von fast 5.000 Studienteilnehmern aus. Neben dem Gesundheitszustand des Auges wurden die Essgewohnheiten analysiert – bei einem Großteil der Teilnehmer sogar über eine Zeitspanne von mehr als 20 Jahren. Frühere Studien wiesen schon darauf hin, dass eine Ernährung mit reichlich Omega-3-Fettsäuren (etwa aus Fisch) und vielen antioxidativen Pflanzenstoffen grundsätzlich das Risiko für eine altersbedingte Makuladegeneration (AMD) senken. Antioxidative Pflanzenstoffe sind in Obst und Gemüse enthalten und schützen Körperzellen vor schädlichen Einflüssen. So auch die Sinneszellen der Makula. Hier sind insbesondere die Carotinoide Lutein und Zeaxanthin wichtig. Sie sind vor allem in grünem Gemüse und Mais enthalten.

Therapie gegen den Sehverlust

Ist die Erkrankung bereits fortgeschritten, braucht es mehr als  viel Gemüse und Olivenöl. Rund 15 Prozent der Patienten mit AMD haben eine sogenannte feuchte Makuladegeneration (feuchte AMD). Bei dieser verstärken und beschleunigen Flüssigkeitsansammlungen in der Makula die Zerstörung der Sinneszellen, was möglicherweise zur Erblindung führt. Im Gegensatz zu vorhergehenden Stadien der Erkrankung kann der Augenarzt die feuchte AMD mit einer medikamentösen Spritzentherapie behandeln. Finden Kontrollen und Therapie regelmäßig und konsequent statt, kann das Fortschreiten des Sehverlustes verlangsamt oder sogar verhindert werden.

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