Ein Ausblick auf kommende Ausstellungen der Kunsthalle Bielefeld
Geschichte und Gegenwart

Bielefeld (WB). Die Besucher der Kunsthalle Bielefeld erwartet in den kommenden zwei Jahren ein vielfältiges Programm unter den Vorzeichen der Offenheit und Öffnung, der Einladung zum Dialog und „mit dem Bewusstsein, dass die Kunst einen wichtigen Beitrag in der Diskussion aktueller gesellschaftlicher Themen leistet“, sagt Christina Végh. Die 50-Jährige zeichnet seit Februar als Direktorin für die Geschicke der Kunsthalle verantwortlich und legt ihre erste kuratorische Arbeit nunmehr mit einer Ausstellung über die 1965 in Venedig geborene Monica Bonvicini (10. Oktober bis 17. Januar) vor.

Mittwoch, 23.09.2020, 02:00 Uhr
Rhythmische Kompositionen des Bildraumes, schwarze Umrisslinien und ein intensiver Farbeinsatz prägen die expressiven Landschaftsmotive von Jacoba van Heemskerck. Foto: Kunstmuseum Den Haag.
Rhythmische Kompositionen des Bildraumes, schwarze Umrisslinien und ein intensiver Farbeinsatz prägen die expressiven Landschaftsmotive von Jacoba van Heemskerck.

„Wie ist der architektonische, politische und gesellschaftliche Raum organisiert? Wem wird welcher Raum zugestanden und warum? Wer nimmt welchen Platz ein? Das sind zentrale Fragen in Monica Bonvicinis Werk, die in ihrer Ausstellung ‘Lover’s Material’ unterschiedliche Formen von Beziehungen und Kräftepole zwischen Begehren und Ablehnung, zwischen zugewiesenen gesellschaftlichen Rollen und Gender aufspannt“, verdeutlicht Végh.

Christina Végh, Direktorin der Bielefelder Kunsthalle.

Christina Végh, Direktorin der Bielefelder Kunsthalle. Foto: Thomas F. Starke

Parallel sind – wie es der konzeptionellen Neuausrichtung der Kunsthalle entspricht – Werke aus der Sammlung zu sehen. Arbeiten von Josef Albers, Agnes Martin, László Moholy-Nagy, Man Ray, Hiroshi Sugimoto und weiteren Künstlern werden unter dem Titel „Raum, Zeit, Architektur, Gender“ in einen Bezug zu den Arbeiten Monica Bonvicinis gesetzt.

Im Anschluss daran setzt die Kunsthalle Bielefeld die Reihe zu Künstlerinnen der Moderne fort, zu der bereits Sonia Delaunay (2008/09), Sophie Taeuber-Arp (2014/15) und „Einführung und Abstraktion. Die Moderne der Frauen“ (2015/16) gehörte. Kuratiert von Dr. Henrike Mund, wird das Werk der niederländischen expressionistischen Malerin und Glaskünstlerin Jacoba van Heemskerck vom 6. Februar bis 16. Mai 2021 ausgestellt. „Rhythmische Kompositionen des Bildraumes, schwarze Umrisslinien und ein intensiver Farbeinsatz prägen ihre expressiven Landschafts-, Stadt- und Hafenmotive. Nach künstlerischen Anfängen in den Niederlanden unter anderem im Umfeld des Malers Piet Mondrian gehörte sie von 1913 bis 1923 zur avantgardistischen Bewegung des ‘Sturm’ von Herwarth Walden in Berlin“, erläuter Henrike Mund. Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Kunstmuseum Den Haag und den Museen Stade.

Danach lenkt Christina Végh den Blick auf die New Yorker Künstlerin Nicole Eisenman (9. Oktober 2021 bis 9. Januar 2022) . „Eisenman ist Bildhauerin und Malerin. Sie verbindet Elemente aus popkulturellen Zusammenhängen wie politischer Satire und Comic mit tradierten kunsthistorischen Referenzen zu einer neuen Einheit“, sagt Végh.

Eisenman, die in den vergangenen Jahren zunehmend in Europa ausstellte, erlangte in Westfalen Berühmtheit durch ihren 2017 bei der Skulptur-Projekte-Münster ausgestellten Brunnen „Sketch for a Fountain“, der in diesem Jahr von der Stadt Münster angekauft werden konnte.

Internationale Kooperation

„Die Ausstellung ‘Köpfe, Küsse, Kämpfe’ führt Werke aus allen Schaffensperioden, insbesondere Malerei und Zeichnung, zusammen und fokussiert Gesellschaftsbilder, in denen angesichts der großen Umwälzungen wie Globalisierung und Digitalisierung Entfremdungsprozesse, Vereinzelung, aber auch neue gemeinschaftliche Lebensentwürfe im Zentrum stehen“, erklärt Christina Végh. Auch bei dieser Ausstellung kooperiert die Kunsthalle mit dem Kunstmuseum Den Haag sowie dem Aargauer Kunsthaus und der Fondation Vincent Van Gogh in Arles.

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