Mona Neubaur und Felix Banaszak bleiben für weitere zwei Jahre im Amt
NRW-Grüne bestätigen ihre Spitze

Troisdorf (WB). Keine Konflikte, reibungslose Debatten - bei aller Harmonie aber nüchterne Ergebnisse: Die NRW-Grünen haben ihre bisherigen Landesvorsitzenden Mona Neubaur und Felix Banaszak für weitere zwei Jahre bestätigt. Besonders üppig fiel der Vertrauensbeweis der rund 270 Delegierten beim Landesparteitag in Troisdorf indes nicht aus.

Samstag, 16.06.2018, 13:39 Uhr aktualisiert: 16.06.2018, 13:42 Uhr
Felix Banaszak und Mona Neubaur wurden für zwei weitere Jahre im Amt der Landesvorsitzenden der Grünen in NRW bestätigt. Foto: dpa
Felix Banaszak und Mona Neubaur wurden für zwei weitere Jahre im Amt der Landesvorsitzenden der Grünen in NRW bestätigt. Foto: dpa

Ein Jahr nach der verlorenen Landtagswahl musste Mona Neubaur noch persönlich einen Rückschlag hinnehmen: Mit 75,4 Prozent erhielt die 40-Jährige ihr bisher schlechtestes Ergebnis nach 90,5 Prozent 2016 und 77,2 zwei Jahre zuvor. Felix Banaszak (28) erhielt 78,7 Prozent. Bei seine ersten Wahl im Januar hatte er sich mit 56,5 Prozent gegen zwei Mitbewerber durchgesetzt. Dieses Mal gab es keine Gegenkandidaten.

»Nazis wie Gauland müssen wir das Handwerk legen«

In der Partei wurde Neubaurs Ergebnis als Nachwirkung der Landtagswahl interpretiert, mit der Aufarbeitung seien die Grünen noch nicht fertig. Neubaur selbst hatte betont, die Grünen seien zwar »hingefallen«, nach der Wahlniederlage wieder aufgestanden. Gerade die Flüchtlingsdebatte und die aktuelle Zuspitzung durch die CSU zeigten, dass Grüne Positionen als Gegengewicht gebraucht würden. Sie wandte sich gegen Verschärfungen im NRW-Polizeigesetz: »Einen starken Staat erkennt man an mehr Personal in den Institutionen, die sich um die Anliegen ihrer Bürgerinnen und Bürger kümmern.«

Banaszak trat mit einer sehr pointierten Rede als Vertreter des linken Parteiflügels an und attackierte die AfD. »Nazis wie Gauland müssen wir das Handwerk legen«, reagierte er auf dessen heftig umstrittene Relativierung der NS-Herrschaft und des Holocaust als geschichtlichen »Vogelschiss«. Der Grünen-Chef kritisierte auch die Talkformate der TV-Sender, die zu viel die Themen der AfD behandelten. Sein Vorschlag: »Söder, Seehofer, Linder - noch dreist oder schon irre«. Lacher und Beifall hatte der erst zu Jahresbeginn als Nachfolger von Sven Lehmann erstmals gewählte Vorsitzende auf seiner Seite. Als politische Schwerpunkte kündigte Banaszak einen profilierten sozialpolitischen Kurs an.

Am Vortag hatten die Grünen beschlossen, ihren Landesvorstand von 20 auf acht Köpfe - vier Frauen und vier Männer - zu verkleinern. Neben den beiden Vorsitzenden gehören ihm Roul Roßbach als neuer politischer Geschäftsführer und Anja von Mahrenholz als Schatzmeisterin dem Spitzengremium an. Als Beisitzerinnen wurden Julia Mayer (Bonn) und Verena Verspohl (Arnsberg), Jan-Niclas Gesenhues (Steinfurt) und Robin Wagner (Leopoldshöhe) wurde als Beisitzer gewählt. Gesenhues setzte sich erst im dritten Wahlgang durch.

 

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