CDU-Europaparlamentarier hat Nachfolgekandidaten vorgeschlagen
Brok: »Ich bin fröhlich«

Bielefeld (WB). Elmar Brok (72) verzichtet auf eine erneute Kandidatur und scheidet Ende Juni nach dann fast 39 Jahren aus dem Europaparlament aus. Andreas Schnadwinkel hat mit ihm über seine Beweggründe gesprochen.

Dienstag, 22.01.2019, 07:23 Uhr aktualisiert: 22.01.2019, 07:26 Uhr
Der CDU-Europaparlamentarier Elmar Brok aus Ostwestfalen-Lippe ist mit sich und seiner Entscheidung zufrieden. Foto: dpa
Der CDU-Europaparlamentarier Elmar Brok aus Ostwestfalen-Lippe ist mit sich und seiner Entscheidung zufrieden. Foto: dpa

Wie schwer ist Ihnen die Entscheidung gefallen?

Elmar Brok : Ich tue mich immer schwer vor Entscheidungen. Ganz unabhängig vom Gegenstand der Entscheidung. Wenn ich mich entschieden habe, bin ich fröhlich. Und das ist auch jetzt so.

 

Was hat den Ausschlag gegeben, jetzt auf die Kandidatur zu verzichten?

Brok : Schon die Ankündigung meiner Kandidatur vor fast einem Jahr war eine 50:50-Angelegenheit. Einerseits wünscht man sich mehr Freiheit und mehr Zeit für die Familie. Andererseits ist da das Verantwortungsgefühl, dass man in Zeiten der Krise und mit einer gewissen Erfahrung das Parlament nicht verlassen sollte. Diesmal haben Familie und Freiheit gewonnen.

 

War die Unterstützung für Sie groß genug?

Brok : Ja, natürlich. Deswegen danke ich in meiner offiziellen Verzichtserklärung ausdrücklich auch Ralph Brinkhaus und Armin Laschet. Ich hätte auch noch Annegret Kramp-Karrenbauer und andere aus Berlin nennen können, die mich zur Kampfkandidatur bewegen wollten. Diese Rückendeckung hat mir meine Entscheidung auch leichter gemacht.

 

Wären Sie enttäuscht, wenn der CDU-Bezirksverband OWL am Samstag in Siegburg mit einem anderen Kandidaten oder einer anderen Kandidatin um Platz 6 auf der Liste kämpfen würde?

Brok : Nein, überhaupt nicht. Ich habe unserem Bezirksvorsitzenden Ralph Brinkhaus dazu bereits Vorschläge gemacht.

 

Wie erklären Sie sich, dass auch die politischen Gegner Sie gerne im Europaparlament behalten hätten?

Brok : Europa ist oft eine parteiübergreifende Angelegenheit, um über die wesentliche Ziele unseres Landes und des Kontinents zu reden. Das Gegenteil erleben wir gerade in Großbritannien, wo bis heute die Premierministerin und der Oppositionsführer nicht ein einziges Wort über den Brexit gewechselt haben. Das mag dort am Mehrheitswahlrecht liegen, das die Parteien zu mehr Abgrenzung zwingt. Aber wenn es um die Schicksalsfragen einer Nation geht, muss man miteinander reden und eine Lösung finden.

 

Könnten Sie sich vorstellen, nach dem Brexit eine Art Sonderbeauftragter der EU-Kommission für den Austritt der Briten zu werden?

Brok : Unser Brexit-Beauftragter Michel Barnier macht das gut. Und keiner weiß heute, wer nächster Präsident der EU-Kommission wird.

 

Kann der christdemokratische Spitzenkandidat Manfred Weber EU-Kommissionspräsident werden, wenn Sie nicht mehr da sind, um eine Mehrheit für ihn zu organisieren?

Brok : Manfred Weber ist ja selbst noch bis Ende Juni in Brüssel als Fraktionsvorsitzender der EVP. Und auch danach habe ich noch alle Telefonnummern. Ich werde ihm helfen, wenn er das möchte.

 

Befürchten Sie, dass die informelle Große Koalition im Europaparlament nach der Europawahl am 26. Mai keine Mehrheit mehr hat?

Brok : Das ist durchaus möglich. Deswegen kommt es umso mehr darauf an, dass sich Sozialisten, Christdemokraten, Grüne und Liberale auf ein Verfahren einigen, wie die neue EU-Kommission gewählt wird.

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