Fr., 01.02.2019

Untersuchungskommission soll Verfahrensabläufe prüfen Missbrauchsfall von Lügde: Kinderschutzbund fordert Konsequenzen

Windspiele stehen und hängen an einem Gebäude auf dem Campingplatz »Eichwald«.

Windspiele stehen und hängen an einem Gebäude auf dem Campingplatz »Eichwald«. Foto: dpa

Lügde/Berlin (epd). Im Fall des mutmaßlichen sexuellen Missbrauchs von zahlreichen Kindern auf einem Campingplatz im Lügde hat der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) die Einsetzung einer Untersuchungskommission sowie Änderungen im Kinder- und Jugendhilferecht gefordert.

Mitarbeiter des DKSB-Ortsverbandes Bad Pyrmont (Niedersachsen) hatten bereits im August 2016 einen Hinweis erhalten und diesen an Polizei und Jugendamt weitergeleitet, wie der Verband am Freitag in Berlin mitteilte. Der Eingang wurde bestätigt und dem Ortsverband zurückgemeldet, dass der Hinweis überprüft werde.

»Damit hat sich der Ortsverband vorbildlich verhalten und alle Möglichkeiten ausgeschöpft, die einem gemeinnützigen Träger, der keine behördlichen Vollmachten hat, zur Verfügung stehen«, sagte der Präsident des Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers. Detaillierte Rückmeldungen seien nach der derzeitigen Gesetzeslage weder vorgeschrieben noch zulässig.

Externe Fachleute

Der Verband sprach sich deshalb für eine Änderung der Kinder- und Jugendhilfe aus. »Wir fordern, dass Fremdmelder, die auch Geheimnisträger sind, wie beispielsweise Ärzte oder Fachkräfte der freien Träger, künftig in die Gefahrenabschätzung einbezogen werden, eine detaillierte Rückmeldung über die Maßnahmen der Jugendhilfe und der Polizei erhalten und nicht im Dunkeln gelassen werden«, erklärte Vize-Präsidentin Sabine Andresen.

Zudem verlangte der Kinderschutzbund die Einsetzung einer mit externen Fachleuten besetzen Kinderschutzkommission von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. »Diese Kommission muss die Verfahrensabläufe genau untersuchen und auch die Situation der dörflichen Strukturen prüfen, in denen ein jahrelanger massenhafter Missbrauch nicht entdeckt wurde, und daraus Verbesserungsvorschläge für die Zukunft ableiten«, unterstrich Hilgers.

Mittlerweile hat sich überdies die Zahl der Opfer des mutmaßlichen sexuellen Missbrauchs von 23 auf 29 erhöht, wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Freitag mitteilten.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6362797?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2509831%2F2198335%2F