Di., 12.02.2019

Mann bei Großrazzia im Januar aufgefallen Polizeischüler soll Widerstand geleistet haben – Entlassung möglich

Bochum: Ein Polizist sichern während einer Razzia von Zoll und Polizei eine Shisha-Bar. Zeitgleich wurden am 12. Januar 2019 in mehren NRW-Städten mehrer Shisha-Bars durchsucht.

Bochum: Ein Polizist sichern während einer Razzia von Zoll und Polizei eine Shisha-Bar. Zeitgleich wurden am 12. Januar 2019 in mehren NRW-Städten mehrer Shisha-Bars durchsucht. Foto: dpa

Gelsenkirchen (dpa). Dem Kommissaranwärter, der im Januar bei der Großrazzia gegen Clankriminalität Widerstand gegen eine Polizeikontrolle geleistet haben soll, könnte die Entlassung drohen. Die Polizei prüft derzeit, welche disziplinarischen Maßnahmen in Frage kommen.

»Wir haben ein Prüfverfahren eingeleitet, was auch zu einer Entlassung führen könnte«, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Gelsenkirchen am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Der Polizeischüler studiert an der Fachhochschule Gelsenkirchen.

Er soll sich seinerzeit massiv gegen eine Fahrzeugkontrolle gewehrt haben, in die er und drei andere Männer in einem Auto geraten waren. Dabei soll er die Rechtmäßigkeit des Polizeieinsatzes angezweifelt haben.

Die Polizei Essen hatte damals mitgeteilt, dass gegen ihn eine Strafanzeige erstattet und disziplinarrechtliche Ermittlungen eingeleitet worden seien. Über die strafrechtlichen Ermittlungen machte die Polizei Gelsenkirchen am Dienstag keine Angaben.

29 Ermittlungsverfahren

Bei der Razzia waren am Abend des 12. Januar etwa 1300 Polizisten zeitgleich unter anderem in Dortmund, Essen, Duisburg, Recklinghausen, Bochum und Gelsenkirchen im Einsatz. Insgesamt wurden laut NRW-Innenministerium mehr als 1500 Menschen und über 100 Shisha-Bars, Wettbüros, Spielhallen und Diskotheken kontrolliert.

Dabei wurden unter anderem mehr als hundert Kilogramm unversteuerter Tabak und zehn Waffen beschlagnahmt. In einem Keller fanden Beamte 200 Kilogramm sogenannter Polenböller. 25 Betriebe mussten von den Behörden wegen Baurechts- oder Hygienemängeln sofort geschlossen werden.

Insgesamt 29 Ermittlungsverfahren wurden eingeleitet, unter anderem wegen Verstößen gegen das Waffengesetz und das Sprengstoffgesetz, wie aus einem Bericht des Justizministers an den Landtag hervorgeht.

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