Mi., 13.02.2019

Öffnung vor 7 und nach 17 Uhr bleibt in Nordrhein-Westfalen die Ausnahme Kitas bieten kaum Betreuung zu Randzeiten

Jacken und Taschen in einer Kita (Symbolbild).

Jacken und Taschen in einer Kita (Symbolbild). Foto: dpa

Von Hilmar Riemenschneider

Düsseldorf(WB). Vor 7 Uhr morgens und nach 17 Uhr am Nachmittag finden Eltern in NRW nur wenige Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder.

Oft sind sie im Bring- und Abholstress. Von landesweit 9567 Kindergärten haben im letzten Kitajahr 2017/18 lediglich 287 zwischen 6 und 6.45 Uhr ihre Türen geöffnet, fast die Hälfte aller Einrichtungen (4943) beginnt danach den Tag um 7 Uhr. Bis einschließlich 7.30 Uhr starten weitere 4169 Kitas ihr Betreuungsangebot. Die Zahlen nennt Familienminister Joachim Stamp (FDP) in einer Antwort auf eine SPD-Anfrage.

Nachmittags schließen die ersten 454 Kitas schon vor 16 Uhr. In fast drei Viertel der Kindergärten (7008) endet die Betreuungszeit zwischen 16 und 16.30 Uhr. In der folgenden halben Stunde bis zum klassischen »Büroschluss« um 17 Uhr schließen weitere 1724 Einrichtungen. Richtig eng wird es für Eltern, die bis 18 Uhr noch eine Betreuung für ihre Kinder brauchen: Nur 368 bieten das an, davon 75 decken sogar die Zeit bis 20 und sechs bis 22 Uhr ab.

Für Dennis Maelzer, der als familienpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion die Kleine Anfrage gestellt hat, spiegeln die Angaben die Unzufriedenheit der Eltern mit den Betreuungszeiten wider. »Wir wollen, dass für alle Eltern in Nordrhein-Westfalen eine Kita mit Öffnungszeiten von 7 bis 18 Uhr wohnortnah zu erreichen ist.« Jedes Kind solle aber nicht länger neun Stunden in der Kita sein.

In OWL bieten nach Meldung der Jugendämter nur vereinzelte Kitas Betreuung bis 18 Uhr an. Selbst in Bielefeld sind es laut Ministerium nur zwei, in Gütersloh vier. Familienminister Stamp hat angekündigt, er wolle flexiblere Öffnungszeiten umsetzen.

Aus der Antwort geht auch hervor, dass mit rund 6600 die Mehrzahl der Kitas mehr als 20 Tage im Jahr schließt. »Dies ist für viele Eltern, insbesondere für Alleinerziehende ein Pro­blem«, moniert Maelzer.

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