Mi., 27.02.2019

Anstieg von 1,2 Prozent: 490 Unfalltote im vergangenen Jahr Mehr Verkehrstote und mehr Unfälle in NRW

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: Jörn Hannemann

Düsseldorf (dpa/lnw). Mehr Verkehrstote, mehr Schwerverletzte, mehr Unfälle: Die Unfallstatistik für die Straßen Nordrhein-Westfalens ist nach Angaben der Landesregierung im vergangenen Jahr ins Negative gedreht. Die Zahl der Unfalltoten stieg auf 490 Menschen, berichtete NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Mittwoch in Düsseldorf. Das entspricht einem Anstieg von 1,2 Prozent.

Das Statistische Bundesamt, das am Mittwoch ebenfalls Zahlen veröffentlichte, kam für NRW zu einem anderen Ergebnis: Den Angaben aus Wiesbaden zufolge sank die Zahl der Verkehrstoten in NRW um 16 auf 468 Todesopfer. »Unsere Zahlen sind weitgehend bereinigt und aktueller«, sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Düsseldorf. Das Statistische Bundesamt betonte zudem, dass es sich bei seinen Angaben lediglich um vorläufige Zahlen handele.

Die Zahl der Schwerverletzten stieg laut Landesstatistik des Innenministeriums um 4,6 Prozent auf 13 960. Abgezeichnet hatte sich bereits ein Anstieg der Unfälle mit Radfahrern. 55 von ihnen starben im vergangenen Jahr - 5 Todesfälle oder 10 Prozent mehr als im Vorjahr. Eine der wenigen erfreulichen Zahlen der neuen Statistik sei der deutliche Rückgang der getöteten Kinder im Straßenverkehr von 17 auf 10.

38 Menschen waren im Auto nicht angeschnallt, als sie starben. »Unnötig, vermeidbar und nicht akzeptabel«, kommentierte Reul. Das gelte auch für die drei Toten, die nachweislich das Handy am Steuer nutzten. Die Dunkelziffer dürfte dabei aber noch weit höher liegen.

Weiter steigend war die Zahl der Fälle von Fahrerflucht. 2018 waren es fast 139 000 Fälle - 2,2 Prozent mehr als im Vorjahr. »Unfallflucht ist nicht nur unfair, Unfallflucht ist eine schwere Straftat«, sagte Reul.

Je mehr Menschen auf das Fahrrad umsteigen, desto mehr Unfälle. »Wenn man ehrlich ist: Viele Städte sind nicht auf die steigenden Radfahrerzahlen ausgerichtet«, sagte der Innenminister. 16 700 Radfahrer hatten 2018 in NRW einen Unfall - rund 1700 mehr als im Vorjahr - ein Plus von 11,4 Prozent. Dabei sei das Dunkelfeld, wenn Radfahrer allein einen Unfall haben, enorm: 89 Prozent müssten einer Studie zufolge hinzugerechnet werden.

Sorge bereitet der Polizei auch die Zunahme an Unfällen mit Pedelecs. 20 Menschen kamen dabei 2018 ums Leben, einer weniger als 2017. Allerdings stieg die Anzahl der Schwerverletzten von 350 auf 560. Ein Plus von 61 Prozent.

Außerdem wurden Auto- und Radfahrer 166 900 Mal mit dem Handy in der Hand erwischt. Eine Zunahme von mehr als 10 000 Fällen.

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