Do., 28.03.2019

VBE veröffentlicht Studie – Angleichung der Gehälter an Grundschullehrer gefordert Kitas fehlen Erzieherinnen

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: dpa

Von Bettina Grönewald

Düsseldorf (dpa). Für die meisten Kitas in Deutschland ist Personalmangel laut einer Studie des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) Alltag. Das geht aus einer repräsentativen Befragung von mehr als 2600 Kitaleitern in Deutschland hervor, die am vergangenen Mittwoch beim ­Kitaleitungskongress in Düsseldorf vorgestellt wurde.

Die einst weltweit vorbildlichen deutschen Kindergärten würden »zunehmend bessere

Symbolbild. Foto: Hilko Raske

Verwahr­anstalten, die ihrem Bildungsauftrag trotz aller Anstrengungen nicht gerecht werden können«, kritisierte VBE-Chef Udo Beckmann aus Paderborn.

Der wissenschaftliche Standard empfehle, dass mindestens eine Fachkraft für drei unter dreijährige Kinder da sein sollte, erläuterte der Bildungsgewerkschafter. Bei über Dreijährigen liege der statistische Betreuungsschlüssel bei 1:7,5. Dies sei in der Praxis aber die absolute Ausnahme.

Personalmangel verhindert ordnungsgemäßge Aufsichtsführung

90 Prozent der Kitaleiter gaben an, dass sie 2018 zeitweise mit erheblicher Personalunterdeckung gearbeitet hätten. Fast alle betroffenen Einrichtungen mussten infolgedessen Angebote für die Kinder vorübergehend reduzieren.

Die Ergebnisse der zum fünften Mal infolge erhobenen Umfrage zeigten »keine spürbaren Verbesserungen in der täglichen Arbeitssituation«, heißt es in der Studie.

»Wie dramatisch die Situation ist, wird auch daran deutlich, dass viele Kitas regel­mäßig mit so wenig Personal auskommen müssen, dass eine ordnungsgemäße Aufsichtsführung überhaupt nicht mehr möglich ist.«

Drei Monate zur Nachbesetzung offener Stellen

Nötig seien Sofortmaßnahmen, um die Sicherheit der Kinder zu gewährleisten und das Haftungsrisiko für Kitaleitungen und Träger zu minimieren, forderte Beckmann. Etwa 70 Prozent der Kitaleitungen brauchen mindestens drei Monate zur Nachbesetzung offener Stellen. In Großstädten benötigen 40 Prozent der Befragten im Schnitt sogar länger als fünf Monate.

Der Mangel an Erziehern in Deutschland – mehr als 90 Prozent sind Frauen – werde auf bis zu 300.000 Fachkräfte bis 2025 beziffert, sagte Studienleiter Prof. Ralf Haderlein (Hochschule Koblenz). Der Sozialwissenschaftler empfiehlt, die Gehälter der Erzieher an die der Grundschullehrer anzugleichen.

Bislang liege die Differenz bei bis zu 1000 Euro brutto im Monat. Laut VBE liegt das Einstiegsgehalt einer Erzieherin bei etwa 2800 Euro brutto, das einer Leiterin, je nach Größe der Einrichtung, zwischen 2900 und 3450 Euro.

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