Do., 11.04.2019

»Bibliotheksstärkungsgesetz« wird am Donnerstag diskutiert CDU und FDP in NRW für Sonntagsöffnung von Bibliotheken

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: dpa

Düsseldorf (WB). Die öffentlichen Büchereien in Nordrhein-Westfalen sollen künftig auch sonntags öffnen dürfen. Eine entsprechende Regelung sieht der Entwurf der Regierungsfraktionen CDU und FDP für ein »Bibliotheksstärkungsgesetz« vor, das am Donnerstag vom NRW-Landtag in Düsseldorf nach erster Lesung an die zuständigen Ausschüsse weitergeleitet wurde.

Mit der Sonntagsöffnung könnten Bibliotheken noch stärker als bislang »als gesellschaftliche Begegnungsorte« entwickelt werden, heißt es in dem Entwurf. Gerade Familien sollten die Möglichkeit haben, eine Bücherei aufzusuchen und die Kinder »an das vielfältige Medien- und Buchangebot heranzuführen«.

Pfeiffer-Poensgen: »Hoch frequentierte Kultureinrichtungen«

NRW-Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos) verwies darauf, dass öffentliche Bibliotheken »hoch frequentierte Kultureinrichtungen« seien, die nicht nur dem Ausleihen von Büchern und Medien dienten, sondern auch einen Beitrag zur Erholung und Freizeitgestaltung leisteten. Die Sonntagsöffnung sei im Interesse der Kunden und werde auch von dem zuständigen Berufsverband unterstützt. Zudem bestehe keine grundsätzliche Pflicht zur Sonntagsöffnung. Die Regelung müsse auch nicht zu Mehrarbeit der Beschäftigten führen, da die übrigen Öffnungszeiten daran angepasst werden könnten, betonte die Ministerin.

Auf Ablehnung stieß das Vorhaben dagegen beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) in Nordrhein-Westfalen. »Nach der Liberalisierung der Sonntagsöffnungen im Einzelhandel und dem Versuch, das Arbeitszeitgesetz aufzuweichen, geht die Landesregierung nun den nächsten Schritt, um die Arbeitsbedingungen in NRW zu verschlechtern«, sagte die NRW-Landesvorsitzende des DGB, Anja Weber. Sonntagsöffnungen von Bibliotheken hätten für die Bürger kaum einen Mehrwert und seien für die Beschäftigten »von großem Nachteil«.

Eine städtische Bibliothek sei nicht gleichzusetzen mit einem Museum oder Theater. »Im Gegensatz zu einem Gemälde kann man ein Buch zwischen Montag und Samstag ausleihen und es sonntags gemütlich Zuhause lesen«, erklärte Weber. »Um den Bürgerinnen und Bürgern den Zugang zu den Bibliotheken zu erleichtern, sind Sonntagsöffnungen daher unnötig.«

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