Mo., 22.04.2019

Kirchen in NRW bestürzt über Anschläge in Sri Lanka »Sprachlos stehen wir dieser Welle blinder Gewalt gegenüber«

Sri Lanka, Negombo: Blutflecken sind an der Wand und auf einer Jesus Christus-Figur in der durch eine Explosion beschädigte St.-Sebastians-Kirche nördlich von Colombo.

Sri Lanka, Negombo: Blutflecken sind an der Wand und auf einer Jesus Christus-Figur in der durch eine Explosion beschädigte St.-Sebastians-Kirche nördlich von Colombo. Foto: dpa

Düsseldorf (epd). Mit Solidaritätsbekundungen für die Opfer und Aufrufen zu Gebeten haben die Kirchen in Nordrhein-Westfalen auf die verheerende Anschlagsserie in Sri Lanka reagiert.

»Meine Gebete gelten den Opfern – wohl zumeist Christinnen und Christen – der Gewalt«, schrieb der rheinische Präses Manfred Rekowski auf seinem Präsesblog im Internet.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, sprach allen Angehörigen sein Mitgefühl aus. Bei einer Serie von Terroranschlägen kamen am Ostersonntag in Sri Lanka Berichten zufolge fast 300 Menschen ums Leben.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche gedachte vor Zehntausenden Gläubigen auf dem Petersplatz am Ostersonntag der Opfer der »schweren Attentate«.

»Ich möchte der christlichen Gemeinschaft, die getroffen wurde, als sie im Gebet versammelt war, und allen Opfern so grausamer Gewalt meine innige Nähe ausdrücken«, sagte Franziskus und sprach von einem »dramatischen Ereignis«.

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Sprachlos stehen wir dieser Welle blinder Gewalt gegenüber.

Reinhard Marx, Vorsitzender der Bischofskonferenz

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Die Osterfreude werde überschattet von den Bombenexplosionen in Kirchen und Hotels in Sri Lanka, schrieb Rekowski in seinem Blog. »Gerade das Osterfest verkündet, woran wir Christenmenschen glauben: An die Liebe Gottes, die stärker ist als der Tod, und daran, dass um Christi Willen Friede unser Leben prägen soll.« Beim Ostergottesdienst am Sonntag, den Rekowski in der Dorfkirche in Schermbeck-Gahlen (Kreis Wesel) hielt, wurde in Fürbitten der Opfer gedacht.

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Reinhard Marx, erklärte: »Sprachlos stehen wir dieser Welle blinder Gewalt gegenüber, die zum Osterfest die gesamte Bevölkerung Sri Lankas, die vielen Gäste aus dem Ausland und insbesondere die Kirche getroffen hat«. In diesem Moment grausamen Blutvergießens, in dem die Freude über das Osterfest getrübt werde, übermittle er »unsere Solidarität und vor allem unser Gebet: Tod und Hass haben keine endgültige Macht über den Menschen, schrieb Marx in einem am Sonntag veröffentlichten Brief an den Vorsitzenden der Bischofskonferenz von Sri Lanka, Bischof Julian Winston Fernando. »Daran glauben wir, gerade an Ostern«, unterstrich Marx.

Licht der Osterbotschaft

So fröhlich und festlich wir in Deutschland gefeiert worden sei, »so entsetzt und traurig sind wir über die schrecklichen Ereignisse in Sri Lanka«, schrieb das Erzbistum Köln auf Twitter. »Gewalt kann und wird nie eine Lösung sein«, hieß es. »Wir beten für die Opfer, ihre Familien und die vielen Verletzten.«

In ihrer Osterbotschaft schrieb die westfälische Präses Annette Kurschus, das Leben, das Gott wolle, sei stärker als alle Macht der Welt, sogar stärker als der Tod. In dem Licht der Osterbotschaft sei keine Mühe für das Leben zu groß und kein Einsatz für das Leben vergeblich.

Der leitende Theologe der Lippischen Landeskirche, Dietmar Arends, kritisierte in seiner Karfreitagspredigt Waffenexporte und die europäische Flüchtlingspolitik. Die Gläubigen hielten auch daran fest, »dass Flüchtlinge auf dem Mittelmeer vor dem Ertrinken bewahrt werden müssen«, sagte der Landessuperintendent in einem Gottesdienst in Detmold. Es lohne sich außerdem immer, nach friedlichen Wegen der Konfliktlösung zu suchen.

Weitere Themen der Osterpredigten waren zudem Rechtspopulismus, Engagement für Demokratie und eine solidarische Gesellschaft. Der Münsteraner katholische Bischof Felix Genn rief die Christen auf, bei der Europawahl am 26. Mai »ein Bekenntnis gegen Rassismus, Populismus und falschen Nationalismus zu geben.«

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