Mi., 22.05.2019

Tödlicher Unfall auf Autobahn 6 bei Nürnberg – Polizist stellt Gaffer zur Rede und wird im Netz gefeiert »Schämen Sie sich!«

Symbolbild: Eine Sichtschutzplane mit dem Piktogramm »fotografieren verboten« spannt auf einem Übungsgelände der Feuerwehrtechnischen Zentrale des Landkreises Jerichower Land vor einem simuliertem Unfallort.

Symbolbild: Eine Sichtschutzplane mit dem Piktogramm »fotografieren verboten« spannt auf einem Übungsgelände der Feuerwehrtechnischen Zentrale des Landkreises Jerichower Land vor einem simuliertem Unfallort. Foto: dpa

Nürnberg/Berlin (WB/dpa). Es ist eine makabre Jagd nach dem schrecklichsten Bild. Wer Fotos von toten Unfallopfern macht, kann derzeit oft nicht bestraft werden. Die Länder machen Druck auf den Bundestag, das zu ändern. Einem Polizisten ist nach einem tödlichen Unfall bei Nürnberg der Kragen geplatzt.

Er stellte am Dienstag Gaffer zur Rede, die die Szenen mit ihren Handys filmten, wie der Bayerische Rundfunk (BR) berichtet. Demnach sprach Stefan Pfeiffer, Einsatzleiter der Verkehrspolizei, die Gaffer direkt an: »Sie wollen tote Menschen sehen? Fotos machen? Schämen sollten Sie sich!« Dafür wird der Polizeibeamte nun im Netz gefeiert, so der BR weiter.

Wie die Polizei Mittelfranken mitteilte, hatte sich am Dienstagmittag auf der A6 vor dem Autobahnkreuz Nürnberg-Süd der schwere Verkehrsunfall ereignet, bei dem ein Mann tödlich verletzt wurde.

Ein 47-jähriger Lkw-Fahrer war mit seinem Sattelzug auf einen verkehrsbedingt haltenden Sattelzug aufgefahren. Durch die Wucht der Kollision wurde dieser Sattelzug auf einen weiteren Lkw geschoben. Der 47-Jährige starb noch an der Unfallstelle.

Gesetzesentwurf angekündigt

Gaffer, die Rettungseinsätze stören, sollen nach dem Willen des Bundesrats härter bestraft werden. Die Länder forderten den Bundestag in der Vorwoche auf,  strengere Gesetze gegen Schaulustige einzuführen , die Fotos oder Videos von Unfallorten machen. Bisher seien lediglich lebende Personen vor bloßstellenden Aufnahmen geschützt, heißt es in dem Beschluss. Das solle auf Tote ausgeweitet werden.

Das Bundesjustizministerium kündigte die Vorlage eines entsprechenden Gesetzentwurfs an.

Kommentare

Gaffer

Bravo!
Ich schätze, die angesprochenen Personen sind vom Gaffen geheilt.

1 Kommentare

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