Mo., 27.05.2019

Der Paderborner verlangt tiefgreifende Konsequenzen aus dem miserablen Ergebnis seiner Partei bei der Europawahl Linnemann sieht »Alarmstufe Rot«: CDU-Entkernung muss ein Ende haben

Carsten Linnemann

Carsten Linnemann Foto: Michael Kappeler/dpa/Archiv

Berlin/Brüssel/Paderborn (dpa). Der Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der Union, Carsten Linnemann (CDU), hat tiefgreifende Konsequenzen aus dem miserablen Ergebnis seiner Partei bei der Europawahl verlangt. »Die Union ist dabei, den Status als Volkspartei zu verlieren. Es ist Alarmstufe Rot«, sagte Linnemann, der auch stellvertretender Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag ist, am Montag vor einer Sitzung des CDU-Vorstands in Berlin.

Die CDU müsse endlich ihre inhaltliche Entkernung beenden und sich »wieder darauf konzentrieren und besinnen, wofür wir stehen und wofür wir nicht stehen«.

An dem Wahlergebnis gebe es nichts schön zu reden, sagte der Chef der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der Union (MIT). Nun müsse in der Parteispitze Klartext geredet werden. »Es geht hier um sehr, sehr viel, es geht um die Zukunft der Volkspartei.« Sichtbar aufgewühlt fragte Linnemann bei seinem Eintreffen zu der Sitzung: »Was sind denn unsere Antworten in der Klimapolitik. Wir sind doch die Partei der Innovationskultur und nicht der Verbotskultur. Warum ist das nicht deutlich geworden im Wahlkampf?»

Auf die Frage, ob die CDU mit der Doppelspitze aus Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer und Kanzlerin Angela Merkel noch gut aufgestellt sei, sagte Linnemann, die Vorsitzende »hat den Hut auf und sie macht es gut«. Nötig sei eine bessere Abstimmung auch mit der Fraktion. »Die Partei muss in den großen Themen ganz klar die Richtung vorgeben«, es gehe auf die Bundestagswahl zu, selbst wenn diese erst 2021 sei. »Es darf nicht nochmal das passieren, was wir in der Vergangenheit hatten, dass alles glatt geschliffen wird, alle Positionen. Die Positionen müssen so deutlich werden wie nie zuvor.«

Dies war als Kritik an Merkel zu verstehen, der intern schon lange von einem Teil der Partei vorgehalten wird, mit Rücksicht auf die Mehrheitsfähigkeit konservative Positionen zu wenig Beachtung geschenkt zu haben.

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