Mo., 27.05.2019

»Das ist das Letzte, was wir jetzt brauchen«, sagte der Unionsfraktionsvize aus Paderborn Linnemann gegen Schuldzuweisungen an Junge Union

Manfred Weber (CSU; links), Spitzenkandidat der Union und die Parteivorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und Markus Söder (CSU) äußern sich nach der Europawahl zu den Ergebnissen.

Manfred Weber (CSU; links), Spitzenkandidat der Union und die Parteivorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und Markus Söder (CSU) äußern sich nach der Europawahl zu den Ergebnissen. Foto: Michael Kappeler/dpa

Berlin (dpa). Der Chef des Unions-Mittelstands, Carsten Linnemann (CDU), hat nach den Verlusten bei der Europawahl Schuldzuweisungen an den Parteinachwuchs von der Jungen Union (JU) zurückgewiesen. »Der JU jetzt die Schuld in die Schuhe zu schieben, das ist das Letzte, was wir jetzt brauchen«, sagte der Unionsfraktionsvize im Bundestag am Montag vor einer Sitzung des CDU-Vorstands in Berlin.

»Hier wird, glaube ich, Rechtsstaatlichkeit mit Rechtsruck verwechselt. Die Menschen wollen Rechtsstaatlichkeit, Recht und Ordnung und keinen Rechtsruck.« Dafür stehe die JU und viele andere in der CDU.

In einer Wahlanalyse, die von der Bundesgeschäftsstelle in der Wahlnacht an Mitglieder des Bundesvorstands versandt wurde und der »Welt« vorlag, heißt es: »Die Serie der Unentschlossenheit im Umgang mit Phänomenen wie »Fridays for Future« und plötzlich politisch aktivierten Youtubern sowie vor allem der vorübergehende tiefe Einschnitt in der Wahrnehmung der CDU bei jüngeren Zielgruppen durch die Debatten zu den »Uploadfiltern«, einem vermeintlichen »Rechtsruck« bei der JU sowohl die medial sehr präsente, sogenannte »Werte-Union« führten gleichzeitig zu einer deutlichen Abkehr unter 30-jähriger Wählerinnen und Wähler.«

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer stellte sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Parteikreisen in den Beratungen der Parteispitze gegen den Vorwurf, JU und Werte-Union würden zu alleinigen Sündenböcken gemacht. Niemand habe gesagt, dass es einen Rechtsruck bei der JU gegeben habe. Es gehe darum, dass vermeintlich ein solcher Eindruck entstanden sei. Einen Rechtsruck lasse man sich weder für die CDU noch für die JU andichten.

Als Hauptursache für das schlechte Abschneiden nannte Kramp-Karrenbauer demnach, dass die CDU mit ihren Themen Sicherheit und Wohlstand bei den Bürgern nicht durchgedrungen sei. Bei Zukunftsthemen wie Umwelt und Digitalthemen müsse die Partei stärker werden. Beide Punkte würden breit bei der am kommenden Sonntag und Montag geplanten Klausur der CDU-Spitze thematisiert. Hinzugekommen seien kleinere Punkte, die nicht hilfreich gewesen seien. Dazu gehörten die Werte-Union sowie der vermeintliche Rechtsruck bei der JU.

Nach einer Analyse der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF lagen die Grünen mit 30 Prozent mit deutlichem Abstand in der Gunst der jungen Bevölkerung (bis 30 Jahre) vorn. Die Union wählten 13 Prozent. Wie aus einer Analyse von infratest dimap für die ARD hervorging, betrug der Stimmanteil der Grünen unter den 18- bis 24-Jährigen 34 Prozent. Abgeschlagen dahinter landete die Union als zweitstärkste Kraft mit 11 Prozent.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6644432?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2509831%2F2198335%2F