Mi., 12.06.2019

Wolfgang Bosbach (CDU) äußert sich zum derzeitigen Hype um die Grünen und zum Bildungsbereich in Deutschland Bosbach: »Die Grünen versprechen in der Opposition eine schöne neue Welt«

Wolfgang Bosbach (67) äußert sich im Interview zum derzeitigen Hype um die Grünen.

Wolfgang Bosbach (67) äußert sich im Interview zum derzeitigen Hype um die Grünen.

Bad Oeynhausen/Löhne (WB). CDU-Politiker Wolfgang Bosbach (67) hat sich in einem Interview mit dem WESTFALEN-BLATT über den derzeitigen Höhenflug der Grünen ausgelassen. Mit dem ehemaligen Bundestagsabgeordneten sprach Claus Brand.

Den Berliner Politikbetrieb haben Sie inzwischen ein Stückweit hinter sich gelassen. Was vermissen Sie? Worauf können Sie auch weiterhin gut verzichten?

Wolfgang Bosbach : Ab und zu würde ich mich ja doch gerne noch einmal in das Getümmel stürzen, aber die Entscheidung war und bleibt richtig. Quälend lange Debatten, die sich ständig wiederholen und ohne konkretes Ergebnis bleiben, das vermisse ich ganz und gar nicht.

Wie würden Sie mit zwei treffenden Sätzen den Ausgang der Europawahl bewerten?

Bosbach : Gut, dass in Deutschland die nationalistischen, anti-europäischen Kräfte keine Chance hatten. Schade, dass Sie europaweit dennoch stärker geworden sind.

Die Grünen sind bundesweit im Umfragehoch, versuchen die Debatte um einen eigenen Kanzlerkandidaten aber eher auszubremsen. Alles nur heiße Luft, oder gibt es doch in absehbarer Zukunft einen grünen Chef oder eine grüne Chefin im Kanzleramt?

Bosbach : Bei dem Hype, der gerade um die Grünen veranstaltet wird, ist das wirklich kein Wunder. Sie versprechen in der Opposition eine schöne neue Welt. In der Bundesregierung sind sie 2005 krachend gescheitert und aktuell die kleinste Partei im Bundestag. Mich wundert, dass niemand die Grünen fragt, ob sie irgendein anderes Land kennen, dass gleichzeitig sowohl aus der Kernenergie als auch der Kohleverstromung aussteigt und warum sie nicht schon in ihrer Regierungszeit den Kohleausstieg vollzogen haben. Nein, eine(n) Grüne(n) sehe ich im Kanzleramt nicht.

Sie sind Gast beim Frühstückstalk zum Auftakt für das Charity-Golfturnier des Business Clubs Bad Oeynhausen. Was gehört für Sie persönlich zu einem guten Frühstück?

Bosbach : Eine gute Zeitung, viel Zeit – und Ruhe! Dazu noch: Schwarzbrot, Rührei, Salami, Frischkäse, ein Croissant, Orangen-Marmelade, frisches Obst und Natur-Joghurt. Plus ganz normaler Filterkaffee, keine neumodische Komposition. Dann ist der Junge rundum zufrieden.

Sind Sie Frühaufsteher? Wann gibt es bei Ihnen in der Regel Frühstück?

Bosbach : Jein. Normalerweise werde ich um 6.30 Uhr spätestens 7 Uhr wach, leider auch im Urlaub. Oft muss ich aber den ersten Flieger irgendwohin nehmen, dann muss ich halt um 5 oder schon um 4 Uhr raus. Eigentlich bin ich sofort nach dem Frühstück auf Betriebstemperatur, aber vorher bitte nicht in Gespräche verwickeln...

Auf dem Plakat, das für die Veranstaltung wirbt, sind Sie auf Fotos als Golfer beim Abschlag zu sehen. Welche Bedeutung hat dieser Sport für Sie? Wie steht es um Ihr Handicap?

Bosbach : Ich bin ein begeisterter, aber lausiger Golfspieler mit einem traurigen Handicap von 34. Zur Zeit quält mich allerdings eine üble Knieverletzung. Ich kann nur hoffen, dass ich bis zum Turnier wieder fit bin. Ich komme vom Tennis und hätte nie gedacht, dass mir der Golfsport so viel Spass machen würde.

Der Erlös aus dem Charity-Golfturnier in Löhne kommt dem Projekt Bildungspartnerschaft des Business Club zu Gute. Erklärtes Ziel ist die Förderung von Jugendlichen in diesem Bereich. Wofür könnte im Bildungsbereich in Deutschland mehr Geld ausgegeben werden?

Bosbach : Hand aufs Herz: Kennen Sie irgendeine öffentliche Aufgabe oder Investitionen, bei denen man nicht noch mehr Geld ausgeben könnte? Wichtig bei Bildung wäre zum Beispiel die Verbesserung der Lehrer-Schüler-Relation, also kleinere Klassen, die Instandhaltung und Modernisierung renovierungsbedürftiger Gebäude und die digitale Ertüchtigung. Obwohl, na ja, schreiben, rechnen, lesen sollte man auch nicht unterschätzen.

Zum guten Schluss: Löhne gehört zur Region Ostwestfalen-Lippe. Die Stadt ist von der Küchenmöbelindustrie geprägt. Welche drei Dinge verbinden Sie, in Bergisch Gladbach lebend, mit OWL, vielleicht sogar mit Löhne?

Bosbach : Bodenständige, großzügige Menschen, denen man völlig zu Unrecht nachsagt, sie seien finanziell eher defensiv unterwegs, erfolgreiche Wirtschaftsregion und eine wunderschöne Landschaft.

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