Fr., 19.07.2019

Reaktion auf Klinikstudie der Bertelsmann Stiftung NRW-Minister Laumann: »Nicht vor jeder Haustür eine Fachklinik«

Karl-Josef Laumann (CDU), Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen.

Karl-Josef Laumann (CDU), Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen. Foto: dpa

Hamburg/Gütersloh (dpa). Nach Ansicht von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann gibt es Überversorgungen im Krankenhausbereich. Dies sei teilweise in Ballungszentren der Fall, sagte der CDU-Politiker dem Nachrichtenmagazin »Spiegel«.

Auslöser der Debatte ist eine Studie der Bertelsmann Stiftung , die empfiehlt, gut die Hälfte aller Krankenhäuser in Deutschland zu schließen, um die Versorgung der Patienten zu verbessern.

Der Minister sagte dem Magazin, diese Zahl erscheine ihm zwar sehr hoch, er könne »das so nicht nachvollziehen«. Aber es brauche einen neuen Krankenhausplan, der sich an Struktur, Qualität und Fallzahlen ausrichte. Jeder Bürger wolle zu Recht eine gute Versorgung in seiner Region.

»Das heißt für mich: Ein Rettungswagen sollte innerhalb von 30 Minuten eine Intensivstation erreichen. Aber für spezielle Krankheiten kann es nicht vor jeder Haustür eine Fachklinik geben«, sagte Laumann.

Kritik an Studie

Die Analyse hatte das Berliner Institut für Gesundheits- und Sozialforschung im Stiftungsauftrag erarbeitet. Die Studie hatte viel Aufsehen erregt.

Zudem hatte es Zweifel an der Unabhängigkeit der Untersuchung gegeben. Die »Aachener Zeitung« und »Aachener Nachrichten« (Mittwochausgabe) hatten auf die Personalie Brigitte Mohn verwiesen. Diese ist Vorstandsmitglied der auftraggebenden Bertelsmann Stiftung und sitzt zugleich im Aufsichtsrat der Rhön-Klinikum AG. Solche großen Privatbetreiber könnten von der Schließung kommunaler Krankenhäuser profitieren, schrieben die Zeitungen

Die Bertelsmann Stiftung hat den Verdacht eines möglichen Interessenskonflikts jedoch zurückgewiesen.

 

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