Do., 12.09.2019

Wie die Experten die Zukunft der Kliniken in den Städten und auf dem Land sehen Schließen oder nicht? Laumann legt Krankenhausgutachten für NRW vor

Ein Krankenpfleger geht in einem Klinikum durch eine Glastür mit der Aufschrift »Notaufnahme«. in Düsseldorf ein Gutachten zur Krankenhauslandschaft in Nordrhein-Westfalen vorgestellt.

Ein Krankenpfleger geht in einem Klinikum durch eine Glastür mit der Aufschrift »Notaufnahme«. in Düsseldorf ein Gutachten zur Krankenhauslandschaft in Nordrhein-Westfalen vorgestellt. Foto: dpa

Düsseldorf (WB/dpa). Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) stellt am Donnerstag (15 Uhr) in Düsseldorf ein Gutachten zur Krankenhauslandschaft in Nordrhein-Westfalen vor. Mit Spannung wird erwartet, wie die Experten die Zukunft der Kliniken in den Städten und auf dem Land sehen.

Eine Untersuchung im Auftrag der Bertelsmann Stiftung hatte im Sommer die Schließung von mehr als der Hälfte der Krankenhäuser in ganz Deutschland empfohlen. Wenn die Zahl der Kliniken bundesweit von derzeit knapp 1400 auf weniger als 600 sinke, könnten die verbleibenden Häuser deutlich mehr Personal und eine bessere Ausstattung erhalten, hieß es in der Untersuchung.

340 Krankenhäuser mit mehr als 118.000 Betten in NRW

Auch Laumann hatte von teilweisen Überversorgungen im Krankenhausbereich in Ballungszentren gesprochen. Die in der Untersuchung genannten Zahlen hatte er aber als zu hoch bezeichnet. Jeder Bürger wolle zu Recht eine gute Versorgung in seiner Region, hatte Laumann dem »Spiegel« gesagt. »Das heißt für mich: Ein Rettungswagen sollte innerhalb von 30 Minuten eine Intensivstation erreichen.« Aber für spezielle Krankheiten könne es »nicht vor jeder Haustür eine Fachklinik geben«. In NRW gibt es nach Angaben der Krankenhausgesellschaft NRW aktuell rund 340 Krankenhäuser mit insgesamt mehr als 118.000 Betten.

Schon Anfang des Jahres hatte Laumann angekündigt, er wolle eine Arbeitsteilung unter den NRW-Krankenhäusern durchsetzen. Er erwarte regionale Versorgungskonzepte, in denen geklärt werde, wer sich neben der Grundversorgung worauf spezialisiere.

Krankenhausgesellschaft: Strukturreform nicht vor 2021 umsetzbar

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich für einen Mix aus wohnortnaher Versorgung und Spezialisierung ausgesprochen. Nicht jedes Krankenhaus müsse alles machen. Kompliziertere Fälle gehörten in ein Krankenhaus, das in der Behandlung Routine habe.

Die Vorstellung, dass die Krankenhausversorgung vor allem im ländlichen Raum ausgedünnt wird, löst vielerorts Besorgnis aus. In den Städten wäre die Nahversorgung zwar auch bei einer Schließung von Kliniken gesichert, hatte Jürgen Wasem, Experte für Medizinmanagement an der Universität Duisburg-Essen gesagt. Aber im ländlichen Raum stelle sich das Problem der Zugänglichkeit »deutlich krasser«.

Laumann will die Ergebnisse des Gutachtens am Donnerstagabend in Essen den Krankenhäusern vorstellen. Mit der Umsetzung einer Strukturreform ist nach Angaben der Krankenhausgesellschaft NRW nicht vor 2021 zu rechnen.

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