UN-Programm: Maschine kam aus Äthiopien
Zielort Kassel-Calden: 154 Flüchtlinge eingeflogen

Kassel (WB). Kaum beachtet von der Öffentlichkeit ist bereits am 15. Oktober ein Flugzeug mit 154 Flüchtlingen aus dem äthiopischen Addis Abeba in Kassel-Calden gelandet. In einschlägigen Internetforen wird über geheime Nachtflüge spekuliert. Doch was steckt wirklich dahinter?

Donnerstag, 07.11.2019, 03:00 Uhr aktualisiert: 07.11.2019, 10:54 Uhr
Das von IOM Äthiopien bei Twitter verbreitete Foto zeigt einen Abflugschalter am Flughafen von Adis Abeba in Äthiopien. Von dort aus sind am 15. Oktober 2019 im Rahmen des UN-Umsiedlungsprogramms 154 Menschen nach Kassel-Calden geflogen worden. Foto:
Das von IOM Äthiopien bei Twitter verbreitete Foto zeigt einen Abflugschalter am Flughafen von Adis Abeba in Äthiopien. Von dort aus sind am 15. Oktober 2019 im Rahmen des UN-Umsiedlungsprogramms 154 Menschen nach Kassel-Calden geflogen worden.

Unter den Passagieren befanden sich auch 47 Kinder, wie die Bundesagentur für Migration und Flüchtlinge (BaMF) auf Nachfrage erklärte. Nach der Landung seien sie von Beamten der Bundespolizei kontrolliert worden. Alle Passagiere sollen die somalische Staatsbürgerschaft besitzen und zuvor in Flüchtlingslagern in Jijiga und Dolo Ado (Äthiopien) untergebracht gewesen sein.

Kassel-Calden als Ziel nicht zufällig gewählt

Als Zielort sei der kaum frequentierte Flughafen Kassel-Calden nicht zufällig gewählt worden, teilt das BaMF mit. »Der Flughafen Kassel-Calden ist nur rund 50 Kilometer vom Grenzdurchgangslager Friedland entfernt, wo die Menschen für die ersten 14 Tage aufgenommen werden«, schreibt das Bundesamt. In Friedland fanden schon Vertriebene nach dem Zweiten Weltkrieg oder Übersiedler aus der DDR eine erste Unterkunft nach der Flucht.

Am Flughafen in Kassel-Calden sind die Flüchtlinge gelandet. Das Foto ist eine Archiv-Aufnahme.

Am Flughafen in Kassel-Calden sind die Flüchtlinge gelandet. Das Foto ist eine Archiv-Aufnahme. Foto: dpa

Die aus Äthiopien eingeflogenen Menschen erhalten in Friedland Beratungsangebote von Caritas und Innerer Mission. Anschließend absolvieren sie einen Wegweiserkurs. Erst danach erfolge die Verteilung auf die Bundesländer.

Flüchtlinge werden auf Bundesländer verteilt

Dies geschehe nach dem Königssteiner Schlüssel, ein Verteilungssystem das von der Bund-Länder-Kommission ermittelt wird. Nach aktuellen Berechnungen nimmt Baden-Württemberg 13 Prozent der Migranten auf, Thüringen 2,6 Prozent. Die Entscheidung über die Wohnortzuweisung haben die Bundesländer.

Um für das Umsiedlungsprogramm in Frage zu kommen, müssen die Flüchtlinge Kriterien erfüllen. Bevorzugt werden laut Vereinten Nationen Menschen mit besonderem medizinischem Behandlungsbedarf oder mit rechtlichen und physischen Schutzbedürfnissen.

Frauen und Kinder sollen bevorzugt werden

Auch Frauen und Kinder haben gute Chancen, um aus den Flüchtlingslagern ausgeflogen zu werden. Das UN-Flüchtlingswerk übermittelt dringende Fälle an die Aufnahmeländer.

Anhand der Dossiers prüft und entscheidet jedes Land nach nationalen Kriterien, welche Personen aufgenommen werden. In Deutschland ist das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) für die Prüfung zuständig.

Weitere Flüge noch in diesem Jahr geplant

In diesem Jahr ist noch ein weiterer Flug somalischer Flüchtlinge nach Deutschland geplant. »Im Rahmen des aktuellen Resettlement-Programms (siehe links) sind daneben noch Einreisen aus dem Libanon, Jordanien und Ägypten mit Flüchtlingen unterschiedlicher Staatsangehörigkeiten vorgesehen«, schreibt die Bundesagentur.

Das ist das Resettlement-Programm der Vereinten Nationen

Mit Hilfe des Resettlement-Programms soll es Menschen aus Krisengebieten ermöglicht werden, sich legal in Staaten anzusiedeln. Aufgenommen werden Personen unterschiedlicher Staatsangehörigkeiten oder Staatenlose, die sich in einem Drittstaat befinden und nach der Genfer Flüchtlingskonvention (GFK) unter das Mandat des Flüchtlingshilfswerks der Vereinen Nationen (UNHCR) fallen.

Aufnahmebereite Staaten gewähren diesen Flüchtlingen Schutz und bieten ihnen die Möglichkeit, eine dauerhafte Lebensperspektive aufzubauen. Gegenwärtig beteiligen sich die USA, Kanada, Australien, Neuseeland, Norwegen sowie 14 EU-Mitgliedsstaaten. Für 2018/2019 hat die Europäische Union das Kontingent erhöht und die Aufnahme von 50.000 Resettlement-Flüchtlingen zugesagt. Deutschland nimmt in dieser Zeit 10.200 Menschen auf.

Kommentare

Charly  schrieb: 10.11.2019 15:27
Nord-Afrika
Es ist an der Zeit auch aus Libyen die Flüchtlinge einzufliegen.
Gastleser  schrieb: 10.11.2019 12:49
Vielen Dank für Ihren Kommentar. Grüße aus München
Hallo Herr/Frau "Bekannt."
Vielen Dank für Ihren sehr guten Kommentar. Sie sollten auch in größeren Medien Leserkommentare schreiben. ZB ist heute wieder ein Artikel auf Welt-Online (Illegale Migration nimmt über neue Balkanroute wieder zu), der einem die Sprache verschlägt. Unsere Politik muss endlich massiv handeln, insb. nur noch Sachleistungen, national Grenzkontrollen, Bildungsinitiativen und Geburtenkontrolle in den Problemländer, Aufklärung bzgl. des fanatischen Islams.
Danke u. beste Grüße aus München
Elisabeth Mertens  schrieb: 08.11.2019 12:34
154 Flüchtlinge eingeflogen
Endlich mal ein guter Ein- und Ansatz, bei dem niemand ertrinken muss, vergewaltigt wird, oder seinen Partner
oder Kinder auf der Flucht verliert!
Bekannt  schrieb: 08.11.2019 11:20
Dauerhafte Umsiedlung
Mit dem Resettelment-Programm (bessere Bezeichnung nach dem Anglizismen-Index: „dauerhafte Umsiedlung“) entreißt man Menschen ihrer Heimat und verbringt sie in einen völlig anderem Kulturkreis mit einer völlig anderen Sprache und Religion. In Tibet und Australien setzt man sich zu Recht für deren Erhalt der ursprünglichen Bevölkerung ein, aber uns verwehrt man Gleiches!
Hinzu kommt, dass man, wenn es keine Muslime sind, man dem Islam immer mehr Raum gibt,
oder wenn es Muslime sind, uns diese auch hier verachten und ggf. irgendwann bekriegen, verdrängen oder gar vernichten (wer die Geschichte des Libanon, von Indien u. anderer Länder kennt, welche schwer unter dem Islam gelitten haben, wird dies verstehen).
Des Weiteren ist Europa viel dichter besiedelt als Afrika. Die Wohnungsnot wird immer größer, die Mieten steigen oder werden gedeckelt, auf das keiner mehr vermieten möchte und dem Volk wird alles gegen dessen Willen aufgezwungen. Zudem werden wir auch noch gezwungen diese eigene Benachteiligung auch noch zu finanzieren.

Ziel kann es nur sein die Menschen vor Ort zu stärken, vorausgesetzt sie möchten dies auch. Denn wer einfach leben möchte, der sollte dies auch so tun können und wer viele Kinder gebärt trägt auch dafür die Verantwortung!
Das wir das Ventil für jene Überbevölkerung ganzer Völker und Kontinente sein sollen kann überhaupt nicht funktionieren und ist ein ganz großes Unrecht uns Deutschen gegenüber, dank Frau Merkel und deren Unterstützer.
Hilfe an andere hat auch stets seine Grenzen. Wer aber wie schon lange geschehen die Menschen im eigenen Lande als Nächste vergisst, der möchte mit solchen Umvolkungs-Maßnahmen und finanzieller Unterstützung nur sein schlechtes Gewissen beruhigen. Echte Flüchtlinge verhalten sich wie angenehme Gäste und kehren alsbald möglich in ihre Heimat zurück um diese wieder mit aufzubauen oder assimilieren sich, wenn sie dort verbleiben müssen.
Eindringlinge hingegen lassen sich überall fördern und fordern immer mehr.
Ein friedliches Miteinander erfordert hingegen aber a) Eigenverantwortung und b) gegenseitige Rücksichtnahme;
4 Kommentare
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