Medienberichte
US-Virologe und Regierungsberater Fauci erhält Morddrohungen

Er gilt als Stimme der Vernunft und scheut sich auch nicht, allzu blumige Versprechen des US-Präsidenten geradezurücken. Nun benötigt der renommierte Virologe Fauci wegen Morddrohnungen Personenschutz.

Donnerstag, 02.04.2020, 12:20 Uhr aktualisiert: 02.04.2020, 12:22 Uhr
Anthony Fauci, Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten.
Anthony Fauci, Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten. Foto: Alex Brandon

Washington (dpa) - Der renommierte US-Virologe und Regierungsberater Anthony Fauci ist laut Medienberichten zunehmend Morddrohungen ausgesetzt und erhält daher stärkeren Personenschutz.

Der 79-Jährige, der in der Corona-Krise in den USA vielen als Stimme der Vernunft gilt, werde nun rund um die Uhr und auch zu Hause bewacht, berichtete der Sender CNN am Mittwochabend (Ortszeit) unter Berufung auf Sicherheitskreise. Das Gesundheitsministerium habe Beamte der Justizbehörde US Marshals dafür um Unterstützung gebeten.

Die «Washington Post» schrieb, die genaue Art der Drohungen sei nicht bekannt. Fauci werde auch durch ungebetene Nachrichten von Bewunderern bedrängt. Er sei zudem das Ziel rechter Kommentatoren und Blogger, die seine Expertise in Zweifel zögen und ihn anfeindeten, weil er sich gegen eine baldige Lockerung der Beschränkungen zur Bekämpfung des Virus ausspreche.

Der Wissenschaftler selbst wollte sich auf Fragen von Reportern während einer Pressekonferenz am Mittwoch dazu nicht äußern. Präsident Donald Trump intervenierte daraufhin und sagte: «(Er) braucht keinen Schutz, alle lieben ihn. Außerdem wären sie in großen Schwierigkeiten, sollten sie jemals angreifen.» Fauci ist Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten und hat sich als Experte der Coronavirus-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses nicht davor gescheut, etwa bei der täglichen Pressekonferenz zu optimistische Angaben von Präsident Donald Trump geradezurücken.

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