Merkel-Nachfolge gesucht
K-Frage bei der Union: Söder klar vor Merz und Laschet

CSU-Chef Söder hat mit seinem Corona-Krisenmanagement viele Sympathiepunkte gewonnen. In der K-Frage der Union liegt er nun weit vor der Konkurrenz aus der CDU - beteuert aber weiter, dass er die Kanzlerkandidatur nicht anstrebt.

Freitag, 10.04.2020, 13:07 Uhr aktualisiert: 10.04.2020, 13:12 Uhr
CSU-Chef Markus Söder liegt in der K-Frage der Union vorne.
CSU-Chef Markus Söder liegt in der K-Frage der Union vorne. Foto: Sven Hoppe

Berlin (dpa) - Von den möglichen Kanzlerkandidaten der Union hat CSU-Chef Markus Söder inzwischen den mit Abstand größten Rückhalt in der Bevölkerung.

Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der dpa wünschen sich 27 Prozent der Befragten, dass der bayerische Ministerpräsident bei der nächsten Bundestagswahl für die Nachfolge von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) antritt.

Weit abgeschlagen dahinter liegen der frühere Bundestags-Fraktionschef Friedrich Merz mit 12 und der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet mit 8 Prozent. Gesundheitsminister Jens Spahn kommt auf 7 Prozent und der Außenpolitiker Norbert Röttgen nur noch auf 3 Prozent. 43 Prozent der Befragten machten keine Angaben.

Vor Beginn der Corona-Krise in Deutschland Ende Februar hatte das noch ganz anders ausgesehen. Damals war Merz noch die Nummer eins mit 18 Prozent Zustimmung vor Söder mit 12 und Röttgen mit 11 Prozent. Dahinter folgten Laschet mit 9 und Spahn mit 7 Prozent. Der Gesundheitsminister konnte anders als Söder von seinem Krisenmanagement in der Corona-Krise offensichtlich nicht profitieren. Der größte Verlierer ist Röttgen, der seit Ausbruch der Krise kaum noch in Erscheinung getreten ist.

Söder hat mehrfach erklärt, dass er die Kanzlerkandidatur nicht anstrebe. «Die Frage, wie es im nächsten Jahr weitergeht, spielt überhaupt keine Rolle für mich. Im Übrigen haben wir eine starke Kanzlerin, die Bayern sehr unterstützt. Mein Platz ist und bleibt in Bayern», sagte er in einem Interview der dpa. «Ich bewerte im Moment keine Haltungs- und Stilfragen oder lese Umfragen. Die einzigen Werte, die mich interessieren, sind jeden Tag die neuen Infektionszahlen.»

Der Rückhalt für Söder ist unter den Wählern von CDU und CSU mit 38 Prozent besonders groß. Für Merz sind in dieser Gruppe 15 Prozent, für Laschet 14, für Spahn 6 und für Röttgen 3 Prozent.

Die CDU hat in der Regel den ersten Zugriff auf die Kanzlerkandidatur der Union. Es gab aber mit Franz Josef Strauß (1980) und Edmund Stoiber (2002) auch schon zwei CSU-Kanzlerkandidaten, die beide die Wahl verloren.

Im Zuge der Corona-Krise wächst indes auch der Wunsch, dass Merkel doch noch eine weitere Amtszeit Kanzlerin bleibt. 30 Prozent der Befragten sprachen sich in der YouGov-Umfrage dafür aus, dass sie auch nach 16 Jahren an der Regierungsspitze noch einmal antritt. 53 Prozent sind dagegen, 17 Prozent machten keine Angaben. Ende Februar wünschten sich nur 21 Prozent, dass Merkel weitermacht, 64 Prozent lehnten das ab. Die 65-Jährige hatte zusammen mit ihrem Rückzug vom CDU-Vorsitz bereits im Oktober 2018 angekündigt, dass sie nicht für eine weitere Amtszeit im Kanzleramt zur Verfügung steht.

Kommentare

Paul Schneider  schrieb: 10.04.2020 08:20
K-Frage
Wenn hier der Eindruck vermittelt wird, dass Deutschland für die Pandemie gut vorbereitet war und Merkel, Söder u.a. einen guten Job gemacht haben, dann ist das ein Trugschluß. Deutschland war überhaupt nicht gut vorbereitet. Es gab keine Masken, keine Ablaufpläne, keine spezifischen Bussgeldkataloge, keine Begriffe wie "Sozialdistancing", geschweige denn der Begriff "Lockdown". Die Seuche hatte das Kommando übernommen, die Regierung setzte bis zuletzt auf Normalzustand. Stattdessen bestimmten die Thüringenwahl, das Weltklima u.a. die Aktionen das politische Geschehen, wärend in China Tausende starben. Das ist ein unentschuldbares Verhalten und nicht wert, dass einer der der "Kontrahenten gewählt wird. Aber die Deutschen mögen keine Veränderungen. Und so wird weiter gewurschtelt. Und ich bin mir sicher, dass Merkel, dann auf Wunsch der Mehrheit(?) wiedergewählt wird, wenn ihre Partei sie bedrängt, doch noch einmal anzutreten. Denn die Folgen, die wir heute noch nicht einschätzen können, werden über 2021 hinausgehen. Und in der Zeit kann man zumindest erwarten, dass Merkel und diejenigen, die um ihre Nachfolge buhlen, etwas im Krisenmanagement lernen werden.
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