Probleme beim Lernen zuhause – Online-Schulung für Lehrer
Viele Eltern unzufrieden mit Schüler-Betreuung

Düsseldorf (WB). Der wochenlange Unterricht zuhause und der nur schleppend anlaufende Schulstart stellt die Eltern in NRW zunehmend vor Probleme. Dass viele Schüler absehbar nur tageweise zum Unterricht gehen können, verlängert in vielen Familien die Probleme und Konflikte beim so genannten Homeschooling.

Mittwoch, 13.05.2020, 04:10 Uhr aktualisiert: 13.05.2020, 06:26 Uhr
Viele Kinder benötigen Unterstützung bei der Erledigung ihrer Schulaufgaben zuhause. Foto: dpa
Viele Kinder benötigen Unterstützung bei der Erledigung ihrer Schulaufgaben zuhause. Foto: dpa

Nach einer Online-Umfrage des Elternvereins NRW gaben fast 60 Prozent der 1058 Teilnehmer an, dass ihre Kinder mit den oft nur als Wochenplan übermittelten Aufgaben der Lehrer nicht ohne Unterstützung klar kamen. Genau so groß ist demnach der Anteil der Kinder, die seit der Schulschließung keine Rückmeldung oder Korrektur durch die Lehrer bekommen haben.

Die Vorsitzende des Elternvereins, Andrea Heck, forderte vom Land kurzfristige und machbare Konzepte für die nächsten Wochen mit Homeschooling.

Die Hälfte der Eltern, die an der nicht repräsentativ angelegten Online-Umfrage teilgenommen haben, verwendet mehr als zwei Stunden täglich darauf, den Kindern durch den Lernstoff zu helfen. Viel Zeit kostet es offenbar, die Heim-Schüler zu motivieren: Nur etwa ein Fünftel lernt freiwillig, 30 Prozent der Eltern berichten von unmotivierten Kindern.

LEK fordert Ganztagsangebot statt Notbetreuung

Diese Spannungen dürften sich verschärfen: Nach Einschätzung der Landeselternkonferenz (LEK) wird es Mitte Juni, bis alle Kinder zur Schule gehen können. Indem Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) nun unnötig den Fokus auf die Vorprüfungen vor den Abschlüssen lege, bleibe die Bildung auf der Strecke, kritisierte die LEK-Vorsitzende Anke Staar gegenüber dieser Zeitung.

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP).

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP). Foto: dpa

Deshalb müsse die Landesregierung dringend die Notbetreuung in ein umfassendes Ganztagsangebot überführen, um mehr Eltern und Kindern Unterstützung anzubieten. Die Mischform aus Präsenz- und Distanz-Unterricht werde noch weit bis ins nächste Schuljahr andauern, meinte Staar.

Inzwischen hat das Schulministerium ein Impulspapier mit didaktischen Hinweisen für das Lernen auf Distanz bereitgestellt. Dazu können Lehrkräfte ab diesem Mittwoch in Video-Workshops von den Autoren und Experten aus der Praxis lernen. Für das erste Webinar hätten sich mehr als 500 Interessierte angemeldet. „Uns ist bewusst, dass die Organisation des Lernens auf Distanz die Lehrkräfte vor einige noch nie da gewesene Herausforderungen stellt“, sagte Schulministerin Gebauer. Das Papier solle neue Impulse geben und zeige gute Praxisbeispiele auf.

Der Verband Bildung und Erziehung begrüßte die Initiative. Jetzt müsse über die Organisation des Präsenz- und Distanzunterrichts im kommenden Schuljahr nachgedacht werden. Das betreffe auch alternative Prüfungen, betonte der Landesvorsitzende Stefan Belau.

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