Der „Schutzschirmverordnung“ des Bundesgesundheitsministeriums zugestimmt
Nur Kredite statt Zuschüsse für Zahnärzte

Münster (WB). Zähneknirschend und nur unter Protest, aber mit großer Mehrheit hat die Vertreterversammlung der Kassenzahnärztlichen Vereinigung (KZVWL) Westfalen-Lippe der „Schutzschirmverordnung“ des Bundesgesundheitsministeriums zugestimmt. Anders als zunächst in Aussicht gestellt und bei Krankenhäusern und Ärzten weiterer Fachrichtungen praktiziert, sieht diese für Zahnärzte lediglich Überbrückungskredite statt nicht zurückzuzahlende Zuschüsse vor.

Samstag, 30.05.2020, 02:54 Uhr aktualisiert: 30.05.2020, 05:02 Uhr
Ein Zahnarzt behandelt einen Patienten (Symbolbild). Foto: dpa
Ein Zahnarzt behandelt einen Patienten (Symbolbild). Foto: dpa

KZVWL-Vorstandsvorsitzender Dr. Holger Seib kritisiert dies als Ungleichbehandlung: „Die Zahnärzteschaft musste schließlich trotz des sehr starken Patientenrückganges ihre Praxen bei hohen laufenden Kosten geöffnet lassen, um die zahnärztliche Versorgung sicherzustellen. Die Bundesregierung verkennt völlig die Bedeutung und Systemrelevanz der Zahnärzteschaft.“ Daher habe die Vertreterversammlung eine Resolution verabschiedet, in der sie die Anerkennung der Systemrelevanz fordert. In Westfalen-Lippe sorgten 5700 Zahnärzte für die Versorgung von 7,2 Millionen gesetzlich und knapp 900.000 privat Krankenversicherten. In den Praxen seien 40.000 Mitarbeiter beschäftigt, die Lohnsumme belaufe sich auf 560 Millionen Euro im Jahr.

In der Corona-Krise arbeiteten Praxen defizitär. Eine Umfrage der KZVWL ergab für März einen Behandlungsausfall von 20 bis 50 und für April von 50 bis 80 Prozent. Kurzarbeit nutzten demnach 85 bis 90 Prozent der Praxen. Inzwischen zeige sich ein leichter Anstieg der Patientenzahlen.

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