Spitzentreffen der Festkomitees aus Aachen, Bonn, Düsseldorf und Köln mit der NRW-Staatskanzlei
„Karnevalsgipfel“ verabredet Leitfaden für Frohsinn trotz Corona

Düsseldorf (dpa). Auch der karnevalistische Frohsinn muss in diesem Jahr natürlich corona-konform organisiert werden. Dabei soll den Kommunen in Nordrhein-Westfalen ein Leitfaden mit Empfehlungen und Informationen helfen. Das ist jetzt bei einem Spitzentreffen der Festkomitees der Karnevalshochburgen Aachen, Bonn, Düsseldorf und Köln mit dem Chef der Staatskanzlei vereinbart worden, wie die Landesregierung auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf mitteilte. Da derzeit nicht absehbar sei, wie sich die Corona-Pandemie in den nächsten Wochen und Monaten entwickeln werde, solle eine gemeinsame Basis erarbeitet werden für die Genehmigung der Veranstaltungen vor Ort.

Samstag, 11.07.2020, 13:03 Uhr aktualisiert: 11.07.2020, 13:06 Uhr
Jecken feiern vor dem Kölner Dom. Foto: dpa/Archiv
Jecken feiern vor dem Kölner Dom. Foto: dpa/Archiv

Das Thema Karneval und Corona sorgt im Rheinland seit Wochen für Debatten. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte sich jüngst gegen Straßenveranstaltungen zur traditionellen Sessionseröffnung am 11.11. ausgesprochen: „Draußen, Straßenkarneval, Infektionsübertragungszeit, Alkohol, Enge - das passt nicht in diese Zeit“, hatte er Ende Juni gesagt.

Die Karnevalisten fragen sich: „Ist das schlau, etwas zu verbieten?“, wie der Sprecher des Festkomitees Kölner Karneval, Michael Kramp am Samstag sagte. Die Leute kämen ja trotzdem zu Hunderttausenden in die Stadt und träfen sich mit anderen, ohne dass Hygiene zu regeln wäre. „Das ist möglicherweise die schlechtere Variante als zu sagen, wir machen lieber eine Reihe von kleineren Veranstaltungen, wo wir organisieren können, dass Menschen hygienisch miteinander umgehen“, nannte er eine Idee.

Die Karnevalisten wollen dem Land bis Anfang August ein Konzept vorlegen, unter welchen Bedingungen aus ihrer Sicht Veranstaltungen stattfinden könnten. Das Gesundheitsministerium werde die Vorschläge prüfen. Im September habe man dann noch immer genug Zeit, die Sessions-Eröffnung am 11.11. vorzubereiten, sagte Kramp.

Denkbar sei etwa bei der Sessionseröffnung eine reduzierte Zahl von Teilnehmern, die sich vorher über eine App anmelden müssten, und unterteilt in kleinere Gruppen teilnehmen können - und auch mehrere dezentrale Veranstaltungen: „Immer unter der Voraussetzung, dass man davon ausgehen muss, dass sich die Menschen nicht verbieten lassen in die Stadt zu kommen. Das ist momentan ja auch nicht verboten“, sagte Kramp.

Besucherströme müssten irgendwie reguliert werden, sagte der Sprecher: „Es geht darum, dass wir unsere Verantwortung sehen, dass man das karnevalistische Treiben organisieren muss.“ Am Ende stehe die Frage, ob die noch zu entwickelnden Vorschläge organisierbar und finanzierbar seien und das NRW-Gesundheitsministerium zustimme.

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