Mehrheit favorisiert Özdemir als grünen Kanzlerkandidaten
49 Prozent für Schwarz-Grün

Berlin (WB/as). Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest-Dimap für die „Welt am Sonntag” ergibt, dass eine Mehrheit der deutschen Wähler nach der nächsten Bundestagswahl eine schwarz-grüne Regierung bevorzugen würde. Demnach wünschen sich 49 Prozent der Befragten eine Koalition von Union und Grünen. 34 Prozent finden ein linkes Bündnis von SPD, Grünen und Linkspartei attraktiv.

Montag, 24.08.2020, 02:39 Uhr aktualisiert: 24.08.2020, 06:48 Uhr
28 Prozent der Befragten sehen Cem Özdemir als bestmöglichen Kanzlerkandidaten der Grünen. Foto: dpa
28 Prozent der Befragten sehen Cem Özdemir als bestmöglichen Kanzlerkandidaten der Grünen. Foto: dpa

Besonders fällt das Umfrageergebnis bei der Spitzenkandidatur der Grünen auf: Eine relative Mehrheit der Wahlberechtigten hält weder Annalena Baerbock noch Robert Habeck (26 Prozent) für den bestmöglichen Kanzlerkandidaten . Knapp vor den beiden Parteivorsitzenden liegt Cem Özdemir mit 28 Prozent. Die Anhänger der Grünen sprechen sich zu fast 60 Prozent für Grün-Rot-Rot aus und favorisieren Habeck (37 Prozent) als Kanzlerkandidaten vor Özdemir (29 Prozent). Annalena Baerbock landet mit 13 Prozent aller Wähler und 20 Prozent der Grünen-Wähler mit deutlichem Abstand hinter den Männern.

Spitzenkandidaten einigen sich

Die Grünen-Führung will über die Spitzenkandidatur zur Bundestagswahl nicht mit einer Mitgliederbefragung entscheiden lassen. Der Bundesgeschäftsführer der Partei, Michael Kellner, sagte der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“: „Eine sinnvolle Urwahl benötigt Konkurrenz, diese sehe ich nicht. Die Vorsitzenden werden nicht gegeneinander antreten, und deswegen ist der Parteitag nächstes Jahr entscheidend für die Aufstellung von Programm und Personal.“

In der Partei wird erwartet, dass sich die beiden Vorsitzenden Baerbock und Habeck untereinander einigen, wer für eine Spitzenkandidatur geeignet ist. Der oder die Nominierte würde sich dem Votum des Parteitags also mit der Unterstützung des jeweils anderen stellen. Von weiteren Kandidaten ist bislang nichts bekannt.

Solange die Grünen in Umfragen vor der SPD liegen, könnten Baerbock oder Habeck im Falle eine Ampelkoalition mit SPD und FDP oder Grün-Rot-Rot in das Kanzleramt einziehen.

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