OVG erlaubt Transport nach Marokko
66 Kühen droht die Schächtung

Münster (WB/ca) -

Das Veterinäramt des Rhein-Sieg-Kreises hat vergeblich versucht, 66 trächtigen Kühen den Transport nach Marokko und mögliche Qualen zu ersparen. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster hat in einem Eilbeschluss eine anderslautende Entscheidung des Verwaltungsgerichts Köln aufgehoben.

Freitag, 11.12.2020, 21:10 Uhr
Kühe auf einem Markt in Marokko
Kühe auf einem Markt in Marokko Foto: Animals Angels

Daraufhin wurden die Tiere am Freitag verladen. Die Veterinäre in Siegburg haben Spediteuren schon mehrfach die Papiere für Tiertransporte nach Marokko verweigert und waren vom Verwaltungsgericht Köln gestützt worden. Es verbot erst im November den Transport von 132 trächtigen Kühen nach Nordafrika und begründete das mit Berichten von Tierschutzorganisationen über „brutale mittelalterliche Methoden“. So würden Tiere die Beine zusammengebunden, damit man sie umstoßen könne. Dann klettere ein Schlachter auf das Tier und säge ihm die Kehle durch. Auch würden Tiere bei vollem Bewusstsein an einem Bein aufgehängt.

Jetzt hob das OVG eine solche Kölner Entscheidung auf. Nach Ansicht der Münsteraner Richter seien mögliche e in Marokko nicht dem Spediteur zuzurechnen. Es spreche auch nichts Konkretes dafür, dass die Kühe sofort nach Ankunft tierschutzwidrig behandelt würden. Das Veterinäramt stütze sich auf „allgemeine Kenntnisse“ über den Umgang mit Kühen in Marokko und nicht auf „neutrale Stellungnahmen staatlicher Stellen“. Außerdem sei ein Veterinäramt nicht zuständig, um generelle Transportverbote zu erlassen.  

Az.: 20 B 1958/20

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7720155?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2509831%2F2198335%2F
„Lieber Journalist als Trainer“
Paderborns Trainer Steffen Baumgart ist maßlos enttäuscht.
Nachrichten-Ticker